Lhyfe und Messer haben eine kommerzielle, industrielle und finanzielle Partnerschaft unterzeichnet. Messer übernimmt 30 Prozent an einer Gesellschaft, die vier Wasserstoffproduktionsstandorte von Lhyfe in Frankreich und Deutschland hält. Zusätzlich haben die beiden Unternehmen einen zehnjährigen Liefervertrag für erneuerbaren Wasserstoff abgeschlossen. Der Vertrag stützt sich auf drei Standorte in Frankreich und einen in Deutschland. Messer verpflichtet sich ab 2026 zu einer Mindestabnahmemenge, die schrittweise ansteigen und mehrere hundert Tonnen pro Jahr erreichen soll. Darüber hinaus strebt Messer an, die Hälfte der Produktion der drei französischen Standorte abzunehmen.
Die Partnerschaft stärkt das Finanzprofil von Lhyfe durch vorhersehbare, wiederkehrende Cashflows aus dem langfristigen Vertrag und der Mindestabnahmeverpflichtung. Der Verkauf der 30-Prozent-Beteiligung stärkt zusätzlich die Finanzlage der Gruppe. Lhyfe konsolidiert die Gesellschaft weiterhin vollständig und bleibt exklusiver Betreiber der vier Standorte. Der Abschluss der Transaktion wird in den kommenden Monaten erwartet und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kreditgeber.
Mobile Tankstelle versorgt Busflotte in Niedersachsen

Die mobile Wasserstoff-Tankstelle versorgt die H₂-Busflotte in Jever (© Ttz)
Wie die Logistikkette in der Praxis funktioniert, zeigt ein Projekt in Jever. Weser-Ems-Bus, eine Tochtergesellschaft der DB Regio AG, nahm im Dezember 2025 sechs Brennstoffzellenbusse für den öffentlichen Nahverkehr in der Region Ostfriesland in Betrieb. Bis zur Fertigstellung der stationären Wasserstofftankstelle im JadeWeserPark in Schortens versorgt eine mobile Tankstelle des Technologie-Transfer-Zentrums Bremerhaven (ttz Bremerhaven) die Busflotte.
Den technischen Betrieb der Tankstelle übernimmt MoviaTec, zuständig unter anderem für Explosionsschutzdokumentation und Sicherheitskontrollen. Lhyfe liefert den RFNBO-zertifizierten Wasserstoff. Die Tankstelle arbeitet mit einem Betriebsdruck von 350 bar. Die tatsächlichen Betankungsvorgänge fielen kürzer aus als in vorherigen Simulationen angenommen.
Das Projekt entkoppelt die Inbetriebnahme von Fahrzeugen und stationärer Infrastruktur zeitlich voneinander. Pascal Louvet, Vertriebsleiter Deutschland bei Lhyfe, verweist auf die zunehmende Reife der Wasserstoffmobilität und den Bedarf an pragmatischen, lokal angepassten Lösungen.
Transportflotte wächst auf 84 Wasserstoffcontainer
Neben der Produktion baut Lhyfe auch seine Logistikkapazitäten aus. Das Unternehmen hat zehn neue Typ-IV-Container von Hexagon Purus erhalten und betreibt nun 84 Tankcontainer für den Wasserstofftransport. Beide Unternehmen teilen sich mit Mitsui & Co. einen strategischen Industrieaktionär.

Teil der Transportflotte von Lhyfe (© Lhyfe)
Die Flotte versorgt Produktions- und Partnerstandorte, Lagerstätten und Transportpartner. Damit überschritt Lhyfe 2025 die Marke von 1.000 Auslieferungen und belieferte Kunden in neun europäischen Ländern. Die vier Produktionsstandorte in Frankreich und Deutschland erhielten 2025 die RFNBO-Zertifizierung. Die installierte Kapazität liegt aktuell bei 21 MW und soll 2026 um 70 Prozent steigen.
Zur Logistik zählen außerdem 15 Container-Lagerstätten in Europa sowie Partnerschaften mit vier auf Gefahrguttransport spezialisierten Transportunternehmen. Lhyfe hat dafür 60 Fahrer für den Transport und die Anlieferung von Wasserstoffcontainern zertifiziert und geschult. 2025 führte das Unternehmen mehr als 850 Lieferungen in Europa durch, ein Anstieg von über 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu den Kunden zählen Mobilitätsanbieter wie BMW Group, TEAL Mobility und H2 Mobility sowie Industrieunternehmen wie Karp Kneip und Essent.
Mehr über Lhyfe erfahren Sie im Interview mit Deutschland-Chef Luc Graré









