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Linz: Stahlproduzent und Energieversorger erweitern 6-MW-Elektrolyseur

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine investiert mit Österreichs größtem Energieversorger Verbund 16,4 Millionen Euro in die Erweiterung des gemeinsamen H2FUTURE-Elektrolyseurs in Linz. Die seit 2019 laufende Pilotanlage erhält eine neue Verdichtungs- und Reinigungsanlage sowie fünf Speichertanks mit einer Gesamtkapazität von einer Tonne Wasserstoff. Das Forschungsprojekt soll bis 2029 neue Erkenntnisse für die Nutzung von Wasserstoff in der Industrie liefern.

von | 08.07.25

Blick auf die H2FUTURE-Anlage
Bild Voestalpine
H2FUTURE

Wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Presseerklärung am Deinstag (8. Juli) mitteilten, werden sie die seit 2019 betriebene Anlage um eine Verdichtungs- und Reinigungsanlage sowie fünf Wasserstoffspeichertanks erweitern. Die neue Gesamtspeicherkapazität beträgt eine Tonne Wasserstoff.

„Mit einer Speicherkapazität von einer Tonne Wasserstoff sind wir in der Lage, die Schwankungen der Produktion auszugleichen und somit die konstante Versorgung unserer Abnehmer sicherzustellen“, erklärte Verbund-CEO Michael Strugl. Der Energieversorger aus Wien vermarktet über seine Tochter Verbund Green Hydrogen GmbH bereits grünen Wasserstoff. Im April hatte das Unternehmen unter anderem eine Liefervereinbarung mit der deutschen Westfalen AG ab 2026 geschlossen.

Die Vorbereitungsmaßnahmen für die Erweiterung laufen nach Angaben der Unternehmen bereits seit zwei Jahren. Im Moment befinden sich die Anlagen in der Installationsphase. Funktionstests sollen im Januar 2026, die ersten Forschungsergebnisse erwarten die Unternehmen bis Ende 2026. Insgesamt ist eine Projektlaufzeit bis Dezember 2029 geplant.

6-MW-Anlage seit 2019 in Betrieb

Linz

H2-Speichertanks am H2FUTURE-Elektrolyseur (© Voestalpine)

Die ursprüngliche H2FUTURE-Anlage besteht aus zwölf PEM-Stacks von Siemens Energy mit jeweils 50 Elektrolysezellen und hat eine Anschlussleistung von 6 Megawatt. Sie erzeugt stündlich bis zu 1.200 Kubikmeter grünen Wasserstoff – seit der Inbetriebnahme hat sie laut den Betreibern bereits mehrere hundert Tonnen produziert. Die Anlage dient auch zum Ausgleich von Frequenzschwankungen im Stromnetz, die aus der unregelmäßigen Verfügbarkeit erneuerbarer Energien resultieren. Verbund betont, dass es sich um eine der am längsten in Betrieb befindlichen Wasserstoffanlagen der Welt handle. Beim Projektstart im Jahr 2019 war es zudem die größte der Welt.

Voestalpine will den hier erzeugten grünen Wasserstoff in Forschungsprojekten sowie seinem übergeordneten Dekarbonisierungsvorhaben „greentec steel“ einsetzen. „Wir verfolgen mit greentec steel einen klaren Stufenplan zur Transformation“, erläuterte voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner. Wasserstoff werde dabei „eine wichtige Rolle einnehmen“.

Ab 2027 nimmt der Konzern je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen an den Standorten Linz und Donawitz in Betrieb und legt zwei kohlebasierte Hochofenaggregate still. Bis 2050 strebt voestalpine eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO₂-Emissionen an.

Der in Linz gewonnene Wasserstoff soll mittelfristig in der wasserstoffbasierten Direktreduktionsanlage HYFOR eingesetzt werden, die voestalpine seit Ende 2022 in einem Konsortium mit Primetals Technologies und dem Bergbaukonzern Fortescue entwickelt. Der geplante Prototyp soll drei bis fünf Tonnen grünes Roheisen pro Stunde produzieren.

 

(Quelle: Voestalpine/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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