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Mallorca speist erstmals grünen Wasserstoff ins spanische Gasnetz ein

Das Projekt Green Hysland hat einen bedeutenden Fortschritt erzielt. Zum ersten Mal wurde grüner Wasserstoff in das spanische Gasnetz eingespeist. Laut den Projektverantwortlichen stellt diese Entwicklung einen wichtigen Schritt in der Nutzung innovativer Energietechnologien dar. Mit dieser Innovation will sich Mallorca an der Spitze der Wasserstofftechnologie in Europa positionieren.

von | 24.09.24

Green Hysland hat sich zum Ziel gesetzt, auf der spanischen Insel Mallorca ein Wasserstoff-Ökosystem aufzubauen und will damit eine Blaupause für die Dekarbonisierung der Inselwirtschaften liefern
© Green Hysland
Mallorca speist erstmals grünen Wasserstoff ins spanische Gasnetz ein

Im Projekt Green Hysland wollen die Beteiligten ein Wasserstoff-Ökosystem auf der spanischen Insel Mallorca aufbauen. Nun haben sie einen „Meilenstein” erreicht und das erste Mal grüner Wasserstoff in das spanische Gasnetz eingespeist. Die Initiative will damit die technische Machbarkeit der Einbindung von Wasserstoff in die bestehende Erdgasinfrastruktur beweisen.

Die neu in Betrieb genommene Infrastruktur soll 115.000 Haushalte und 2.000 industrielle und tertiäre Verbraucher auf Mallorca mit einer Mischung aus Erdgas und grünem Wasserstoff versorgen. Aktuell wird eine 2-prozentige Wasserstoffbeimischung eingesetzt. Im Laufe des Projektzeitraums soll diese auf mindestens 4 Prozent ansteigen. Durch die aktuelle Beimischung können laut den Projektverantwortlichen rund 4.000 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden werden. Die Infrastruktur sei jedoch für eine Steigerung auf bis zu 20 Prozent ausgelegt.

Die Einweihung der Infrastruktur fand am 19. September in Palma de Mallorca statt. Anwesend waren neben der Präsidentin der Balearen und dem Bürgermeister von Palma weitere Vertreter*innen aus der Politik sowie Unternehmensvertretende der über 30 Partner. Zu den Partnern gehören unter andrem Enagás Renovable, Acciona Energía, Redexis und Cemex.

Die nun eingeweihte Infrastruktur umfasst:

  • eine Wasserstoff-Aufnahmestation
  • eine 3,2 km lange Pipeline
  • einen Mischer zur Integration von Wasserstoff in das Erdgasnetz

Blaupause für weitere Inseln

Fidel López Soria, CEO von Redexis, einem spanischen Energieinfrastruktur-Unternehmen, kommentierte die erstmalige Einspeisung: „Diese Errungenschaft markiert einen Wendepunkt in der Energieinnovation. Wir zeigen nicht nur das innovative Potenzial unserer Infrastrukturen, sondern etablieren auch ein Modell, das in anderen Regionen und Ländern Europas repliziert werden kann.”

Die Erfahrungen, die auf den Balearischen Inseln gemacht werden sollen, können als Blaupause dienen und anschließend auf fünf weitere EU-Inseln übertragen werden. Vorgesehen ist die Nachahmung in folgenden Gebieten:

  • Teneriffa (Spanien)
  • Madeira (Portugal)
  • Ameland (Niederlande)
  • Aran (Irland)
  • und darüber hinaus in Chile und Marokko.

Mehr über Green Hysland

Green Hysland ist Teil der Clean Hydrogen Partnership der Europäischen Union und soll bis 2025 laufen. Insgesamt sind in dem Projekt geplant:

  • mehrere Brennstoffzellensystem mit Kraft-Wärme-Kopplung zur Wärme- und Stromversorgung für kommunale Gebäude, Hotels und ein Fährterminal
  • ein Transportsystem aus virtuellen Pipelines (Tube-Trailer) und einer H2-Pipeline
  • eine Wasserstofftankstelle
  • mehrere Brennstoffzellenfahrzeuge: 5 H₂-Busse und 10 H₂-Autos
  • mobile Speichermodule

 

(Quelle: Green Hysland/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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