Das Erlanger Unternehmen Hydrogenious LOHC Technologies erhält eine Förderung von 72,5 Millionen Euro. Das LOHC-Projekt Green Hydrogen @ Blue Danube wurde im Februar 2024 von der Europäischen Kommission im Rahmen von Hy2Infra als Important Project of Common European Interest (IPCEI) anerkannt. Die Millionenförderung teilen sich der Bund und das Bundesland. Bayern übernimmt dabei 30 Prozent der Summe, was 21,8 Millionen Euro entspricht. Der Großteil (70 Prozent) des Geldes, also 50,7 Millionen Euro kommen vom Bund. Nun übergab Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck den Förderbescheid gemeinsam mit den bayerischen Staatsministern Hubert Aiwanger und Dr. Florian Herrmann in Erlangen.
„Heute fällt der Startschuss für ein echtes Pionierprojekt im Bereich der flüssigen organischen Wasserstoffträger, mit dem die LOHC basierte Wasserstoffinfrastruktur im Großmaßstab erprobt wird”, sagte Habeck bei der Übergabe.
Resilienz im Wasserstoffnetz
Durch die LOHC-Technologie können große Mengen grünen Wasserstoffs über die bereits bestehende Infrastruktur transportiert werden. Bei dem Verfahren wird der Wasserstoff zum Transport chemisch an das Thermalöl Benzyltoluol gebunden. Am Zielort kann er dann wieder in hoher Reinheit aus dem Trägerstoff freigesetzt werden. Im Rahmen des IPCEI-Projektes will das Unternehmen eine LOHC-Release-Plant errichten.
Die Technologie ermöglicht die Verbindung nationaler und internationaler Wasserstoffproduzenten mit industriellen Abnehmern in Deutschland. Geplant sind Anbindungen an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz und den europäischen Wasserstoff-Backbone. Dies soll die Resilienz des Energiesystems erhöhen.
LOHC-Storage-Plant in NRW geplant
Ein Teil des grünen Wasserstoffs für das Projekt Green Hydrogen @ Blue Danube wird aus regenerativer Energie in Bayern erzeugt als auch aus dem Chempark Dormagen in Nordrhein-Westfalen kommen, wo Hydrogenious ab 2025 die weltweit größte Anlage zur Speicherung von Wasserstoff in LOHC bauen will. Dieser in chemischer Form gespeicherte Wasserstoff soll lokale Industriekunden im Donauraum versorgen und könne perspektivisch in Pipelinenetze wie die HyPipe Bavaria eingespeist werden. Ab 2028 soll die Anlage bis zu 1.800 Tonnen grünen Wasserstoff an Abnehmer im bayerischen Donauraum liefern.
Daniel Teichmann, Gründer und CEO von Hydrogenious, betont die Bedeutung des Projekts: Die LOHC-Technologie sei ein wichtiger Baustein, um die Klimaziele Bayerns, Deutschlands und Europas zu erreichen. Das Projekt soll zum Gelingen der Energiewende und zur Erhaltung des Wirtschaftsstandorts Deutschland beitragen.










