In Mitteldeutschland nimmt der Wasserstoff-Netzaufbau konkrete Formen an. Dies wurde beim 5. Mitteldeutschen Wasserstoffkongress deutlich, den die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland und der Verein HYPOS am 21. August in Halle (Saale) veranstalteten.
Mehr als 450 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung diskutierten über die industrielle Wertschöpfung durch grünen Wasserstoff. Ein weiteres Top-Thema war der Aufbau des Wasserstoffnetzes in den drei mitteldeutschen Bundesländern.
Rahmenbedingungen als Erfolgsfaktor
„Der Markthochlauf von grünem Wasserstoff bleibt anspruchsvoll, doch die Fortschritte beim Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes und das große Engagement regionaler Akteure zeigen, welches Potenzial in Mitteldeutschland steckt“, erklärte Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, in der HYPOS-Pressemeldung vom 23. August. Die Region entwickle sich schrittweise zu einem zentralen Standort der deutschen Wasserstoffwirtschaft.
HYPOS-Geschäftsführer Axel Klug betonte die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen: „Es braucht klare politische Vorgaben zur Ermöglichung und Absicherung von Investitionen in Wasserstoff.“ Die Projektfortschritte in Mitteldeutschland zeigten, dass das Zusammenspiel von wirtschaftlichem Engagement, technologischer Innovation und politischer Unterstützung essenziell für den erfolgreichen Wasserstoff-Markthochlauf sei.
Landesvertreter diskutieren Strategien
Zu Beginn des Kongresses diskutierten die Staatssekretäre der drei Bundesländer über die Entwicklung der Wasserstoffregion Ostdeutschland. Thomas Wünsch (Sachsen-Anhalt), Mario Suckert (Thüringen) und Dr. Dirk Orlamünder (Sachsen) stellten gemeinsam mit Dominik Härle, Geschäftsführer der Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland, die spezifischen Pläne zum Aufbau der Wasserstoffwirtschaft, Förderprogramme und Fortschritte bei der Umsetzung der Landeswasserstoffstrategien vor.
In drei Fachsessions präsentierten über 30 Experten aktuelle Entwicklungen. Diese reichen von der Befüllung des Wasserstoff-Kernnetzes über regionale Erzeugungsprojekte bis zu Speicherlösungen und Anwendungen in Industrie und Mobilität. Leuchtturmprojekte aus Mitteldeutschland wie der Energiepark Bad Lauchstädt gaben dabei Einblicke in die Praxis des Wasserstoffhochlaufs.
Atlas dokumentiert 70 regionale Projekte
Begleitend zum Kongress veröffentlichten die Veranstalter die 5. Auflage des Mitteldeutschen Wasserstoffatlas. Die 90-seitige Publikation dokumentiert mehr als 70 Projekte und Akteure in den Bereichen Infrastruktur, Wertschöpfung, Forschung, Netzwerke und Weiterbildung. Damit gibt sie laut den Herausgebern einen umfassenden Überblick zu aktuellen Wasserstoffaktivitäten in Mitteldeutschland.
Premiumpartner der Veranstaltung war der Gasnetzbetreiber Ontras Gastransport GmbH. Die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA) beteiligte sich als Kooperationspartner. Zu den Ausstellern zählten Borsig, DBI-Gruppe, DEKRA Automobil, Endress+Hauser, Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas und VNG. Das HYPOS-Netzwerk vereint als Konsortium über 170 Mitglieder aus KMU, Industrie, Großunternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
(Quelle: HYPOS e.V./2025)










