Mitteldeutsches Chemiedreieck: Startschuss für 500-MW-Elektrolyseur

Die VNG AG und das niederländische Unternehmen HyCC planen den Bau eines Großelektrolyseurs in der Wittenberg. Die Anlage – geplante Kapazität: 500 Megawatt – werde ab 2029 grünen Wasserstoff für das mitteldeutsche Chemiedreieck produzieren. Als Teil des Projektes „GreenRoot" soll der Elektrolyseur dann lokale Industrieabnehmer wie die SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH versorgen.

von | 05.12.24

(v.l.n.r. Carsten Franzke, SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH; Ulf Heitmüller, CEO VNG AG; Michel Gantois, CEO HyCC; Torsten Zugehör, Oberbürgermeister Lutherstadt Wittenberg; Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt; Andreas Reinhardt, Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg GmbH; Konstantin von Oldenburg, VNG Handel & Vertrieb GmbH)
© Foto: Anika Dollmeyer
GreenRoot

Wie die VNG am Mittwoch (4. Dezember) meldete, werde der als Höhepunkt des „GreenRoot“-Projektes geplante Elektrolyseur bei voller Auslastung 5 % des nationalen Wasserstoffbedarfs laut der NWS bereitstellen. Mit einer Leistung von bis zu 500 Megawatt gehört die Anlage zu den größeren Projekten dieser Art in Deutschland. „Wir bauen auf vielen Jahren operativer Erfahrung mit der Elektrolyse-Technologie auf und sind überzeugt, dass Europa und insbesondere Deutschland gut positioniert sind, um bei grünem Wasserstoff eine führende Rolle einzunehmen“, erklärte Michel Gantois, CEO von HyCC.

Die Projektpartner planen den Start der Genehmigungs- und Konsultationsphase für 2025. Darauf könne die finale Investitionsentscheidung m Jahr 2026 folgen. Die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen. Das übergeordnete GreenRoot-Vorhaben hatten die Kooperationspartner im September 2022 ins Leben gerufen.

Strategische Standortwahl

Der Elektrolyseur soll auf dem Gelände des ehemaligen Wasserwerks der Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg entstehen, in unmittelbarer Nähe zum Agro-Chemie Park Piesteritz. Durch die geplante Anbindung an das Wasserstoffkernnetz können zukünftig weitere Industriekunden im mitteldeutschen Chemiedreieck beliefert werden.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) war bei der Ankündigung zugegen. Er unterstützt das Vorhaben. Wasserstoff sei wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung seines Bundeslandes: „Sachsen-Anhalt ist schon heute ein Vorreiter bei der Nutzung regenerativer Energie. Wasserstoff ist ein wichtiger Energieträger der Zukunft, insbesondere auch für unsere chemische Industrie.“

Greenroot

Projektplan für GreenRoot (© VNG AG)

Herausforderungen und Perspektiven für GreenRoot

VNG-CEO Ulf Heitmüller betonte die strategische Bedeutung des Projekts: „Als gesamtes Unternehmen bringen wir jahrzehntelange Erfahrung im Betrieb von Gasinfrastruktur sowie dem Vertrieb und Handel von Gas ein.“ Gleichzeitig verwies er auf die wirtschaftlichen Herausforderungen: „Für eine erfolgreiche Umsetzung brauchen wir wirtschaftliche Rahmenbedingungen und pragmatische Regeln entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette.“

VNG H&V-Geschäftsführer Konstantin von Oldenburg ergänzte konkrete Forderungen. Notwendig seien eine Flexibilisierung der EU-Kriterien für grünen Wasserstoff, die Stärkung des Klimaschutzvertrags sowie eine verlängerte Netzentgeltbefreiung für Elektrolyseure über 2030 hinaus. Zudem plädierte er für eine nachhaltige Stabilisierung der THG-Quoten durch eine 3-fach Anrechnung von grünem Wasserstoff.

 

(Quelle: VNG/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Green Hydrogen Hub Stuttgart erhält vier Wasserstoffspeicher
Green Hydrogen Hub Stuttgart erhält vier Wasserstoffspeicher

Am Green Hydrogen Hub Stuttgart (GH2S) sind vier Niederdruckspeicher mit einer Gesamtkapazität von rund 2.100 Kilogramm Wasserstoff aufgestellt worden. Die Tanks sind laut Angaben der Stadtwerke Stuttgart GmbH (SWS) ein wichtiger Schritt für die Wasserstoffversorgung der Region Stuttgart. Der GH2S ist Teil eines Wasserstoff-Gesamtprojekts am Stuttgarter Hafen.

mehr lesen
Deutscher Kapazitätsmechanismus: Neue Gaskraftwerke müssen H2-ready sein
Deutscher Kapazitätsmechanismus: Neue Gaskraftwerke müssen H2-ready sein

Die Europäische Kommission hat Anfang September grünes Licht für den deutschen Kapazitätsmechanismus gegeben: Deutschland darf den Aufbau neuer steuerbarer Kapazitäten in Milliardenhöhe fördern. Neue Kraftwerke müssen dabei H2-ready sein. Die erste Ausschreibungsrunde für die Bereitstellung der Kapazitäten startet am 8. September.

mehr lesen
Siemens Energy: Geschäftsbereich Transformation of Industry wird eigenständig
Siemens Energy: Geschäftsbereich Transformation of Industry wird eigenständig

Die Siemens Energy AG will ihren Geschäftsbereich Transformation of Industry rechtlich und operativ verselbstständigen. Das Geschäft soll unter der Marke Omterra auftreten. Ziel sind mehr unternehmerische Flexibilität sowie die Erschließung zusätzlicher Wachstumsmöglichkeiten. Das Geschäftsportfolio umfasst weiterhin Elektrolyseure für die Wasserstoffproduktion.

mehr lesen

H2 Talk

„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"
„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“
„Das Engagement hat riesige Fortschritte für die Elektrolysetechnologie gebracht“

Publikationen