SSB Stuttgart setzt auf Wasserstoff-Technologie
Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) will 2025 10 vollelektrische Gelenkbusse des Typs Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell mit dem neuen Wasserstoff-Antrieb „H2-Mode“ in Betrieb nehmen. Am 14. April haben Verkehrsminister Winfried Hermann, Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper und SSB-Vorstandssprecher Thomas Moser das erste Fahrzeug in Stuttgart präsentiert.
Die neuen Busse verfügen über ein Brennstoffzellenmodul mit 60 kW Maximalleistung. Dieses wird von 6 Wasserstofftanks, die gemeinsam ein Fassungsvermögen von 30 Kilogramm Wasserstoff haben, versorgt. Die neue H2-Mode-Betriebsstrategie ermöglicht den Betrieb der Busse ausschließlich mit Wasserstoff als Energiequelle. Dies macht die Fahrzeuge unabhängig von stationären Ladeprozessen und erweitert ihren Einsatzradius gegenüber konventionellen Elektrobussen erheblich.

Offizielle Übergabe des ersten von zehn Mercedes-Benz eCitaro G fuell cell mit H2-Modus (© Daimler Truck)
Die SSB beschafft nach eigenen Angaben keine Dieselbusse mehr. Ab 2027 will sie die Stuttgarter Innenstadt ausschließlich mit emissionsfreien Bussen befahren, ab 2035 das gesamte Stuttgarter Busnetz klimaneutral bedienen.
Hersteller erprobt neue Wasserstoff-Lkw unter Extrembedingungen in den Alpen
Daimler Truck hat die ersten Prototypen der nächsten Generation seiner Mercedes-Benz Brennstoffzellen-Lkw fertiggestellt. Das Entwicklungsteam unterzieht die neuen Fahrzeuge derzeit anspruchsvollen Testserien unter realen Extrembedingungen. Zwei Fahrzeuge der neuesten Entwicklungsstufe durchliefen intensive Wintertests am Simplonpass im Schweizer Kanton Wallis. Auch die Prototypen der ersten Generation teste der Hersteller bereits in den Alpen. Die Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuggeneration bei verschiedenen Kunden ist für Ende 2026 geplant.
Die harten Bedingungen in Kälte und Schnee sowie die anspruchsvollen Steigungsprofile in der Region boten ideale Voraussetzungen, um die neuen Fahrzeuge unter extremen Realbedingungen zu testen. Die Fahrzeuge legten insgesamt 6.500 Kilometer zurück und überquerten Gebirgsstraßen mit einer kumulierten Steigung von 83.000 Metern. Besonders herausfordernd waren die etwa 20 Kilometer langen Bergauf- und Bergabstrecken mit Steigungen von 10 bis 12 Prozent, die eine Gesamtstrecke von 1.600 Kilometern umfassten. Die Brennstoffzellen-Lkw wurden über eine mobile Wasserstofftankstelle von Air Products betankt, die an der Testbasis im Wallis eingerichtet wurde.
Im vergangenen Herbst bewilligten das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und die Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Fördermittel in Höhe von insgesamt 226 Millionen Euro für Daimler Truck. Die Förderung dient der Entwicklung, Kleinserienproduktion und dem Kundeneinsatz (Betrieb und Wartung) von 100 Brennstoffzellen-Lkw.
Neue Wasserstoff-Tankstelle für Schwerlastverkehr in Lübeck geplant
Das Energieunternehmen Mabanaft hat ein Projekt für eine neue Wasserstofftankstelle für den Schwerlastverkehr in Lübeck übernommen. Die von der Hypion GmbH entwickelte und geplante Anlage soll eine tägliche Vertankungskapazität von bis zu 2.000 Kilogramm Wasserstoff erreichen. Mabanaft plant die Inbetriebnahme der Wasserstoff-Tankstelle für Ende 2025.
Der geplante Standort befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Autobahnkreuz A1 und A20. Das Energieunternehmen betreibt auf demselben Gelände bereits eine Dieseltankstelle. Die neue H₂-Tankstelle ist speziell auf die Bedürfnisse des Schwerlastverkehrs fokussiert und kann nach Angaben des Betreibers täglich bis zu 50 Lkw versorgen. Die Bauanträge liegen bereits vor, und der Baubeginn ist für die zweite Jahreshälfte 2025 vorgesehen.
Mit der Wasserstofftankstelle in Lübeck will Mabanaft einen Beitrag zu einem flächendeckenden H₂-Tankstellennetz leisten. Die EU-Verordnung AFIR (Alternative Fuel Infrastructure Regulation) fordert bis 2030 Wasserstoff-Tankstellen im Abstand von maximal 200 Kilometern entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) und an allen städtischen Knotenpunkten.







