Der Fernleitungsnetzbetreiber stellt aktuell die Verbindung der Wasserstoff-Leitung Coesfeld-Rinkerode unter dem Dortmund-Ems-Kanal wieder her. Die Leitung bindet das Münsterland und Westfalen künftig an das deutschlandweite Wasserstoff-Kernnetz an.
Für das Projekt stellt Thyssengas eine rund 45 Kilometer lange ehemalige Mineralölleitung auf den Transport von Wasserstoff um. Im Raum Coesfeld soll die Leitung an die geplante Wasserstoff-Leitung Emsbüren-Dorsten und damit an die zentrale Nord-Süd-Transportverbindung angebunden werden. In Rinkerode ist perspektivisch der Anschluss an die geplante H₂-Neubauleitung Rinkerode-Hamm (Uentrop) vorgesehen. Die Inbetriebnahme der Leitung Coesfeld-Rinkerode ist für Ende 2027 geplant.
T-Stück öffnet Weg für regionales Verteilnetz
Ein in die Leitung integriertes T-Stück schafft die technische Voraussetzung für den regionalen Weitertransport von Wasserstoff. Über diese Abzweigung soll das Thyssengas-Fernleitungsnetz mit dem nachgelagerten Verteilnetz der Stadtnetze Münster verbunden werden. Damit reagiert der Netzbetreiber auf eine zentrale Herausforderung des Wasserstoffhochlaufs: die Anbindung von Verbrauchern über die Verteilnetzebene.
Geschäftsführerin Alexandra Rösing von den Stadtnetzen Münster erklärt, ihr Unternehmen gehe mit dem T-Stück als Verteilnetzbetreiber in Vorleistung, während auf dieser Netzebene noch viele rechtliche Fragen ungeklärt seien. Die Klinkermanufaktur Janinhoff hat bereits konkreten Bedarf angemeldet: Geschäftsleiterin Dr. Caroline Foyer-Clitheroe verweist auf einen 2024 geschlossenen Klimaschutzvertrag mit dem Bundeswirtschaftsministerium, der eine leitungsgebundene Wasserstoffversorgung spätestens ab Anfang 2030 vorsieht.
Kernnetz schafft überregionale Basis
Das Wasserstoff-Kernnetz bildet die Grundlage für den überregionalen Transport von Wasserstoff. Damit der Energieträger auch kommunale, gewerbliche und industrielle Abnehmer erreicht, sind zusätzlich regionale Verteilnetze und Anschlussleitungen notwendig. CEO Dr. Stefanie Kesting bezeichnet Thyssengas als Transformationspartner, der den Schulterschluss von Fernleitungsnetzbetreibern, Verteilnetzen, Industrie, Kommunen und Politik begleitet.
Thyssengas betreibt ein rund 4.400 Kilometer langes Gasnetz, vorwiegend in Nordrhein-Westfalen sowie in Teilen Niedersachsens. Zum entstehenden Wasserstoff-Kernnetz will das Unternehmen durch Umstellung und Neubau rund 1.100 Leitungskilometer beitragen.










