Die Mittel stammen aus dem EU-Innovationsfonds, der durch Einnahmen aus dem EU-Emissionshandelssystem finanziert wird. Sie fließen in die Errichtung einer neuen Fertigungsanlage in Tallinn, die phasenweise aufgebaut werden soll.
Vorgesehen ist die Anlage für die Herstellung von alkalischen Elektrolyseur-Elektroden, Druckstapeln sowie Elektrolyse-Systemen. Die geplanten jährlichen Produktionskapazitäten liegen dafür bei 250 MW für die Elektroden, 150 MW für die Stapel und 66 MW für die Systeme.
Keramischer Katalysator ersetzt Edelmetalle
Im Detail umfassen die Technologien von Stargate Hydrogen unter anderem Elektroden, die mit einem patentierten keramischen Katalysator beschichtet sind. Dadurch sollen Edelmetalle ersetzt und Abhängigkeiten von importierten kritischen Rohstoffen reduziert werden. Gleichzeitig will das Unternehmen damit eine nach eigenen Angaben effiziente Wasserstoffproduktion ermöglichen.
In den ersten zehn Betriebsjahren sollen mithilfe der neuen Anlage rund 3 Millionen Tonnen CO2-äquivalente Emissionen eingespart werden, indem sie den Einsatz von kostengünstigem grünem Wasserstoff in Branchen wie Chemie und Stahl fördert.
Mit der Erweiterung der Produktionsstätte sollen außerdem rund 150 direkte Arbeitsplätze geschaffen werden. Darüber hinaus würden weitere Stellen in den Bereichen Bau, Logistik und Wartung entstehen.
Elektrolyseur-Produktion in Tallinn wächst
Marko Virkebau, Mitgründer und CEO von Stargate Hydrogen, erklärte, nach Abschluss der Werkserweiterung werde das Unternehmen einer der größten Elektrolyseur-Hersteller Europas sein. Eine solche Fertigungskapazität sei laut Virkebau wichtig, um große industrielle Projekte zur Herstellung von grünem Ammoniak, synthetischem Erdgas oder nachhaltigem Flugkraftstoff beliefern zu können.
Zu den bisherigen Kunden zählen unter anderem die Energieversorger Fortum Oyj und OÜ Utilitas.
Anerkennung als IPCEI-Projekt
Die Europäische Kommission hat die Aktivitäten von Stargate Hydrogen als wichtiges Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse (Important Projects of Common European Interest, IPCEI) anerkannt. Konkret geht es dabei um die Entwicklung alkalischer Elektrolyse-Technologien. Ziel ist es, einen serienreifen und edelmetallfreien 1-MW-Alkalielektrolyseur auf Keramikbasis zu entwickeln und die Produktion auf industriellen Maßstab auszuweiten. Das Vorhaben wird derzeit gemeinsam mit Partnern aus ganz Europa umgesetzt.








