Die Tankstelle im Hafen von Rotterdam bezieht unter anderem RFNBO-zertifizierten Wasserstoff aus der Air-Products-Anlage in Botlek und versorgt damit wasserstoffbetriebene Lieferfahrzeuge. Diese beliefern Kunden im Hafen und in der Umgebung emissionsfrei mit Industriegasen. Kunden können so ihre transportbedingten Scope-3-Emissionen senken und Fortschritte bei eigenen Dekarbonisierungszielen nachweisen. Die Lösung läuft bereits im Rahmen bestehender Kundenverträge.
„Kunden möchten praktikable Lösungen, um Logistikemissionen reduzieren, ohne Kompromisse bei Sicherheit oder Zuverlässigkeit einzugehen “, erklärte Caroline Stancell, Vice President Marketing and Growth Europe and Africa bei Air Products.
Die EU hat die Wasserstofftankstelle über das Programm Connecting Europe Facility (CEF) mitfinanziert. Die niederländische Regierung unterstützt sowohl die Tankstelle als auch den Einsatz der wasserstoffbetriebenen Lkw über das DKTI-Transportprogramm des Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft (IenW).
Gasunie bezieht Flüssigstickstoff per Wasserstoff-Lkw
Gasunie hat eine Ausschreibung für die Lieferung von Flüssigstickstoff an mehreren Standorten in den Niederlanden durchgeführt. Ein Kriterium war der verstärkte Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge in der Logistik. Air Products erhielt den Zuschlag und liefert im Rahmen des Vertrags mit wasserstoffbetriebenen Lkw.
„Wir freuen uns, dass die Lösung von Air Products dieses Ziel unterstützt und wir im Rahmen des Vertrags Lieferungen durch wasserstoffbetriebene Lkw erhalten“, sagte Joris Bongenaar, Manager Gastransport bei Gasunie.
Die wasserstoffbetriebenen Lkw fahren für das Transportunternehmen Schenk Tanktransport. Schenk beliefert im Auftrag von Air Products mehrere Kundenstandorte mit Industriegasen. Die Einführung von wasserstoffbetriebenen Lkw stehe im Einklang mit Schenks langfristiger Strategie sowie dem Fokus des Unternehmens auf Nachhaltigkeit und Innovation im täglichen Betrieb, so Frank van Oorschot, Business Unit Director Contract Logistics bei Schenk Tanktransport.
Lkw-Maut beschleunigt Wechsel zu Wasserstoff
Seit dem 1. Juli 2026 gilt in den Niederlanden die Vrachtwagenheffing. Die kilometerabhängige Lkw-Maut erhöht die Kosten für Dieseltransporte. Sie beschleunigt damit nach Angaben von Air Products den Übergang zu emissionsfreien Transportalternativen wie Wasserstoff im täglichen Betrieb.
Die neue Infrastruktur stärkt zugleich die Position Rotterdams als Wasserstoff- und Energiehub in Europa. Grundlage dafür sind die industrielle Nachfrage im Hafen, vorhandene logistische Kompetenzen und der Ausbau der Infrastruktur vor Ort.
Flüssigwasserstoffanlage soll 2027 den Betrieb aufnehmen
Air Products baut im Hafen von Rotterdam zusätzlich eine Flüssigwasserstoffanlage. Im März 2026 meldete das Unternehmen Baufortschritte für die neue Verflüssigungsanlage. Sie soll die Verfügbarkeit von Flüssigwasserstoff für Kunden in der Region deutlich erhöhen.
Am 9. September hat der Industriegashersteller sich für die Anlage über ein Power Purchase Agreement mit RWE bis zu 75 Gigawattstunden erneuerbaren Strom jährlich gesichert, der aus dem Onshore-Windpark Karolinapolder und dem Solarpark Kerkrade in den Niederlanden stammt.
Nach der geplanten Inbetriebnahme 2027 soll die Anlage laut Air Products die Flüssigwasserstoffproduktion mit der größten Kapazität in Europa erreichen.











