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Neue Technologie zur H2-Gewinnung entwickelt

Die Siqens GmbH hat eine alternative Methode zur Wasserstoffgewinnung entwickelt: Die Elektrochemische Wasserstoffseparations-Technologie (EHS). Dabei wird molekular gebundener Wasserstoff aus Mischgasen separiert und abtrennt. 

von | 06.10.23

Der Energie-Bedarf zur Herstellung von 1 kg Wasserstoff liegt mit der EHS-Technologie bei lediglich einem Zehntel des Energieinhaltes
© Jo Panuwat D - stock.adobe.com

06. Oktober 2023 | Die Siqens GmbH hat eine alternative Methode zur Wasserstoffgewinnung entwickelt: Die Elektrochemische Wasserstoffseparations-Technologie (EHS). Dabei wird molekular gebundener Wasserstoff aus Mischgasen separiert und abtrennt.

Wasserstoffseparation

EHS ermöglicht Wasserstoff-Separierung aus verschiedenen Mischgasen (Quelle: Siqens GmbH)

Das Münchner Unternehmen Siqens hat laut eigenen Angaben ein neues wirtschaftlicheres Verfahren zur H₂-Gewinnung entwickelt. Zusammen mit einem davor geschalteten Reformer kann die EHS-Technologie laut Hersteller den molekular gebundenen Wasserstoff aus verschiedenen Mischgasen separieren und abtrennen. Dies ermögliche die lokale H₂-Erzeugung in Brennstoffzellenqualität.

Die Technologie könne beispielsweise Wasserstoff durch Abscheidung aus Erdgas nach dem Transport über die bestehende Gasinfrastruktur gewinnen. Aber auch andere Gase seien nutzbar. Ebenfalls verwendbar seien Biogas, Methanol oder Methan.

Grundsätzlich bestehe auf diese Weise sogar die Möglichkeit Wasserstoff aus Abfallströmen, wie aus Biomassen und nicht biogenen Siedlungs- und Industrieabfällen zu gewinnen.

Eine kostengünstige und effektive H2-Herstellung

Die EHS sei laut Siqens-CEO Dr. Thomas Klaue die Antwort auf die Herausforderungen einer kostengünstigen Wasserstoffinfrastruktur und außerdem die Erschließung ungenutzter H₂-Ressourcen.

Das Verfahren erlaube weiterhin die Gewinnung von Wasserstoff aus natürlichen Reservoiren. Je nach dem Volumen der H₂-Konzentration im Gas läge der Energie-Bedarf zur Herstellung von 1 kg Wasserstoff mit der EHS-Technologie bei lediglich 3-5 kWh, also rund einem Zehntel des Energieinhaltes des Wasserstoffs. Mit dieser Methode sinkt der Energiebedarf gegenüber der Elektrolyse um rund 90 % je kg Wasserstoff.

„Die Elektrolyse benötigt viel Strom, ist zudem teuer und aufwendig“, kommentierte Dr. Thomas Klaue den Kostenvergleich. „Das unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit, alternative Technologien wie die EHS einzusetzen.“

Nur etwa 5% grüner Wasserstoff

Es gibt diverse Verfahren zur Erzeugung von Wasserstoff. Allerdings handelt es sich bei einem Großteil der Prozesse um die Gewinnung von grauem Wasserstoff. Stand 2020 waren laut Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) lediglich etwa 5 % des jährlich verbrauchten Wasserstoffs grün.

Das bisher meistgenutzte Verfahren für die Wasserstoffgewinnung aus kohlenstoffhaltigen Energieträgern ist die Dampfreformierung (Steam Methane Reforming, SMR). Aktuell werden etwa 98% des grauen Wasserstoffs so hergestellt.

(Quelle: Siqens GmbH/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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