Neue Wasserstoff-Pipeline: Großes Interesse an Nord-Süd-Achse

Im Dezember 2025 hat der Netzbetreiber GASCADE die ersten Abschnitte einer Wasserstoff-Leitung in Betrieb genommen. Laut Unternehmen besteht großes Interesse, die Zahl der Netzanschlussanfragen ist hoch.

von | 12.01.26

Großes Interesse an der neuen Wasserstoff-Pipeline von GASCADE
Quelle: GASCADE
Neue Wasserstoff-Pipeline Großes Interesse an Nord-Süd-Achse

GASCADE hat im Dezember 2025 rund 400 km Erdgas-Leitungen auf den Transport von Wasserstoff umgestellt. Die Pipelines bilden eine Nord-Süd-Achse, die vom Ostseeraum bis nach Sachsen-Anhalt verläuft.

Hohe Nachfrage

Seit Dezember 2025 ist die Wasserstoff-Infrastruktur einsatzbereit. Laut GASCADE besteht großes Interesse: Bislang seien zahlreiche Netzanschlussanfragen eingegangen.

Derzeit befinden sich Netzbetreiber und Interessenten in Verhandlungen. Eine Unternehmenssprecherin erläutert: „Wir führen Gespräche mit Industriepartnern, die die Transportkapazitäten nutzen wollen“.

Finanzierung im Fokus

Bevor die Netzanschlussanfragen umgesetzt werden können, müsse jedoch die Finanzierung geklärt werden. Das Unternehmen sieht dabei auch den Bund in der Pflicht, die Unsicherheiten für die Unternehmen zu minimieren und die Regulatorien weiterzuentwickeln.

Der CEO Christoph von dem Bussche sagt dazu im exklusiven Interview mit H2News: „Ganz oben auf der Agenda steht zudem die Klärung offener Fragen bezüglich der Finanzierung und Kostenallokation, insbesondere in Bezug auf grenzüberschreitende Wasserstoffinfrastruktur. Diese Maßnahmen sollten prioritär angegangen werden, damit wir die Entwicklung des Wasserstoffmarktes in Europa beschleunigen können.“

Herzstück des Wasserstoffkernnetzes

Die fast 400 Kilometer lange Leitungsstrecke führt von der Ostseeküste bei Lubmin durch die Uckermark und das Radeland bis in die Region Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt. GASCADE nutzt dabei verschiedene Abschnitte der bestehenden OPAL- und JAGAL-Pipelines: 112,3 Kilometer auf der Strecke Lubmin-Uckermark, 169,5 Kilometer von der Uckermark ins Radeland und weitere 114 Kilometer vom Radeland bis Bobbau.

Diese Nord-Süd-Verbindung schafft eine strategisch wichtige Infrastruktur für die künftige Wasserstoffversorgung Deutschlands, die sowohl den Transport von importiertem Wasserstoff aus der Ostseeregion als auch die Anbindung an zentrale Industriestandorte in Mitteldeutschland ermöglicht. Die Finanzierung des Wasserstoff-Kernnetzes ist vorerst durch einen KfW-Kredit über 24 Milliarden Euro für das sogenannte „Amortisationskonto“ gesichert, das die Differenz zwischen den anfänglich niedrigen Einnahmen der Netzbetreiber und deren hohen Investitionskosten ausgleichen soll.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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