Neuer Korridor für grünes Eisen zwischen Brasilien und Europa geplant

Vale und Green Energy Park Global (GEP) haben am 20. April auf der Hannover Messe die Plattform Hydeas (Hydrogen Decarbonization Alliance for Steel) offiziell gestartet. Das Projekt soll eine großskalige Produktion von grünem Eisen in Brasilien ermöglichen und so Stahl in Europa dekarbonisieren. Die Machbarkeitsstudie läuft bereits.

von | 27.04.26

v.l.n.r.: Bart Biebuyck, CEO von Green Energy Park Global B.V. und Gustavo Pimenta, CEO und Vizepräsident von Vale
© GEP Global
HYDEAS: Vale und Green Energy Park starten Plattform für grünes Eisen zwischen Brasilien und Europa

Die Plattform Hydeas integriert erneuerbare Energien, grünen Wasserstoff und die Eisenerz-Wertschöpfungsketten, um mittels wasserstoffbasierter Direktreduktion grünes Eisen herzustellen. Das reduzierte Eisen soll nach Europa exportiert und dort zu grünem Stahl weiterverarbeitet werden.

Die erste Phase der Machbarkeitsstudie hat den brasilianischen Bundesstaat Maranhão, im Nordosten des Landes, als Vorzugsstandort identifiziert. Ausschlaggebend dafür sind die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien, die Logistikinfrastruktur sowie der Zugang zu qualitativ hochwertigem Eisenerz. Die bestehende Schienen- und Hafeninfrastruktur soll das Investitionsrisiko mindern und den Hochlauf auf industriellen Maßstab beschleunigen.

Vale und GEP hatten ihre Partnerschaft im Oktober 2024 in Brüssel gestartet. Ziel war es, die industrielle Zusammenarbeit zwischen Brasilien und Europa entlang der Wasserstoff- und Eisenerz-Wertschöpfungskette zu stärken.

Von der Konzeptstudie zur Bankfähigkeit

Die bereits abgeschlossene Konzeptstudie bestätigt laut Angaben der Unternehmen das industrielle und wirtschaftliche Potenzial des Vorhabens. Nach dem positiven Abschluss dieser gehen die Partner nun in die Machbarkeitsphase über. Im Fokus stehen Engineering, Projektstrukturierung und Finanzierung. Ziel ist ein bankfähiges Industrieprojekt, das nach einer finalen Investitionsentscheidung (FID) umgesetzt werden kann.

Das Projekt ordnet sich in zwei politische Rahmenwerke ein: auf europäischer Seite in die EU Global Gateway Initiative, auf brasilianischer Seite in die BIP-Plattform (Brazil Platform for Climate Investments and Ecological Transformation). Hydeas soll die Brasilien Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Inland sichern und Europa gleichzeitig Zugang zu nachhaltigen Rohstoffen verschaffen.

Grüner Eisenkorridor als langfristiges Ziel

„Hydeas ist keine Pilotanlage, sondern ein neues Industrieparadigma“, sagte Bart Biebuyck, CEO von GEP. Das Projekt zielt auf den Aufbau eines dauerhaften grünen Eisenkorridors zwischen Brasilien und Europa.

Technische und wirtschaftliche Details zur geplanten Kapazität sowie zum Investitionsvolumen haben die Partner bislang nicht veröffentlicht.

 

(Quelle: GEP Global/2026)

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