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Neues Verfahren verwandelt Hochofengase in Wasserstoff

Die Ambartec AG und die Rouge H2 Engineering AG haben eine Kooperationsvereinbarung zur Weiterentwicklung des Chemical-Looping-Hydrogen-Verfahrens geschlossen. Das Verfahren soll hochreinen Wasserstoff und konzentriertes CO₂ aus Gichtgas und anderen Stahlwerksgasen produzieren. Die beiden Unternehmen wollen das Verfahren gemeinsam zur Marktreife bringen.

von | 17.07.25

Testbetrieb des Chemical Looping Hydrogen-Reaktors
© Jorj Konstantinov/Rouge H2 Engineering AG
Neues Verfahren verwandelt Hochofengase in Wasserstoff

Die Technologie des Chemical-Looping-Hydrogen-Verfahrens basiert auf dem Eisen-Wasserdampf-Verfahren. Das zweistufige Verfahren dient dazu, mit Hilfe von Eisenoxid (FeOx) kohlenstoffhaltige Hochofengase in Wasserstoff und Kohlendioxid umzuwandeln.

Gasgemische wie Gichtgas, Kokereigas und Konvertergas enthalten relevante Mengen an Kohlenmonoxid (CO) und Wasserstoff. Diese lassen sich durch eine Reduktion und Oxidation von Eisenoxid-Nuggets so zu hochreinem Wasserstoff aufbereiten. Führt man diese Hochofengase unter entsprechenden Prozessbedingungen den Eisenoxid-Nuggets zu, kommt es zu einer Reduktion. Dabei werden Kohlendioxid und Wasserdampf freigesetzt. Das Kohlendioxid wird abgeschieden und kann stofflich genutzt (CCU) oder eingelagert werden (CCS). 

Im zweiten Schritt werden die reduzierten Eisenoxid-Nuggets mit Hilfe von Wasserdampf re-oxidiert. Dabei entsteht hochreiner Wasserstoff, der sich sowohl stofflich als auch energetisch nutzen lässt.

Gesetzesänderung notwendig

„Das Ziel unserer Zusammenarbeit besteht darin, das Verfahren für Hochofengase zu optimieren und in Stahlwerken umzusetzen“, berichtet Uwe Pahl, Technikvorstand von Ambartec. „Der Stahlbranche bieten wir damit die Möglichkeit, ihre Produktion klimafreundlicher zu gestalten, ohne mit erheblichen Investitionen die gesamte Prozesskette umzustellen. Damit bleibt die Stahlproduktion auch in Europa trotz hoher Klimaschutzanforderungen wettbewerbsfähig“, so Pahl weiter.

Die grüne Transformation der Stahlindustrie setzt allerdings voraus, dass das überarbeitete CCS-Gesetz die Einlagerung von CO₂ aus der Stahlindustrie gestattet.

EU-Projekt H2Loop bildet Entwicklungsrahmen

Das EU-Projekt H2Loop bildet den Rahmen für die gemeinsame Entwicklungsarbeit. Die Unternehmen wollen ihr Know-how der Eisenoxid-Nuggets und der Erfahrungen aus dem Anlagenbetrieb mit dem Wissen zur Verarbeitung von Restgasen kombinieren. Die Kooperation haben die Entscheider beider Unternehmen am 10. Juli 2025 in Dresden bekanntgegeben.

Am Projekt beteiligen sich neben Rouge H2 Engineering und Ambartec zwei Partner aus der Stahlindustrie. „Mit ihrem Input werden wir sowohl das Verfahren als auch die zugehörige Anlagentechnik von Beginn an an den realen Bedingungen im Stahlwerk ausrichten und bei unserem Partner demonstrieren“, unterstrich Matthias Rudloff, Vorstandsvorsitzender von Ambartec. Weitere Stahlunternehmen könnten die Aktivitäten konstruktiv begleiten.

 

(Quelle: AMBARtec AG/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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