Der NextGen District befindet sich im Hafen Antwerpen-Brügge. Dort sind Unternehmen aus der nachhaltigen Industrie und Kreislaufwirtschaft angesiedelt. Nun hat P2H2 am Standort mit der kommerziellen Produktion von grünem Wasserstoff begonnen. Den erzeugten Wasserstoff, bis zu 70 Tonnen pro Jahr, nimmt zunächst ein regionaler Gaslieferant ab. Vorgesehen ist der H2 dann überwiegend für Mobilitätskunden. Weitere industrielle Anwendungen seien als zusätzliche Abnehmer geplant.
Das Projekt wird teilweise vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie dem flämischen Innovations- und Unternehmertumsfonds unterstützt.
Anlage folgt Strompreisschwankungen
Da Strom den größten Kostenanteil bei der Wasserstoffproduktion ausmacht, sei das System auf eine flexible Betriebsweise ausgelegt. Eine Betriebsreichweite von 10 bis 100 Prozent ermögliche es, die belgischen Tagesvorauspreise zu verfolgen: Bei günstigen Strompreisen werde die Produktion hochgefahren, bei teurerem Strom gedrosselt. So soll lokal produzierter Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Kosten gegenüber anderen Quellen entstehen.
Hybrides Zelldesign soll Haltbarkeitsproblem lösen
Ein zentrales Problem der AEM-Elektrolyse ist bislang die Haltbarkeit der Membran. Das hybride AEM-alkalische Zelldesign von P2H2 platziert einen alkalischen Separator zwischen Membran und sauerstoffproduzierender Elektrode. Dieser soll dann die Membran schützen und ihre Lebensdauer verlängern. Das System setze auf iridiumfreie Katalysatoren und ermögliche einen Ausgangsdruck von 30 Bar, wodurch nachgeschaltete Kompression reduziert werde.
Ein 1.250-stündiges Pilotprojekt mit dem Energieunternehmen Repsol S.A. habe zudem eine irreversible Degradation von rund 2 mV pro 1.000 Stunden gemessen. Dies sei laut P2H2 fünf- bis zehnmal besser als die Zielwerte des US-Energieministeriums und der Clean Hydrogen Partnership. Die prognostizierten Wasserstoffkosten für diesen Piloten lagen außerdem bei rund 3,86 Euro pro Kilogramm. Dies entspreche einer Reduktion von etwa 16 Prozent gegenüber herkömmlichen Elektrolysetechnologien.
Zweiter Auftrag bereits in der Pipeline
Noch in diesem Jahr soll ein zweites 500-kW-System an das norwegische Forschungsinstitut SINTEF geliefert werden- Vorgesehen ist das System für das EU-geförderte Projekt PYROCO2 zur Herstellung grüner Chemikalien.










