An dem Vorhaben waren die niederländische Fluggesellschaft KLM Cityhopper B.V., das Technologieunternehmen Ineratec GmbH, die Flughafen Hamburg GmbH sowie das Energieunternehmen MB Energy Holding GmbH & Co. KG beteiligt.
Die Unternehmen haben den Passagierflug mit einem Treibstoffgemisch durchgeführt, das 5 Prozent synthetisches Kerosin enthielt. Synthetisches Kerosin soll die Lebenszyklusemissionen gegenüber herkömmlichem Kerosin um bis zu 90 Prozent senken. Der Treibstoff wurde über die bestehende Infrastruktur in den regulären Flugbetrieb integriert.
Herstellung in Europas erster kommerzieller Power-to-Liquid-Anlage
Hergestellt und hydriert wurde das Kerosin von Ineratec. Der aus Wasserstoff und CO2 hergestellte Treibstoff stamme aus der Anlage ERA ONE. Die Anlage liegt in Frankfurt-Höchst und ist nach Unternehmensangaben Europas erste Power-to-Liquid-Anlage im kommerziellen Maßstab.
Anschließend wurde das synthetische Kerosin bei dem Prüflabor ASG Analytik-Service AG destilliert. Danach wurde der Treibstoff mit fossilem Kerosin von MB Energy gemischt, bevor er am Flughafen Amsterdam Schiphol in das Flugzeug getankt wurde.
Produktionskapazitäten bleiben hinter Zielen zurück
Der Flug zeigt laut den beteiligten Unternehmen, dass synthetische Kerosinmischungen bereits heute im regulären Passagierflugbetrieb eingesetzt werden können. Außerdem würde die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion bis zur Betankung unter realen Bedingungen umgesetzt werden können.
Gleichzeitig zeige der Flug die verbleibende Herausforderung auf: die Verfügbarkeit von synthetischem Kerosin. Derzeit werde lediglich ein Bruchteil der Mengen produziert, die gemäß den europäischen Zielen benötigt werden. Die Verordnung „ReFuelEU Aviation“ sieht vor, dass e-SAF bis 2030 1,2 Prozent des an EU-Flughäfen bereitgestellten Treibstoffs ausmacht. Zudem liege für viele angekündigte Produktionsanlagen noch keine finale Investitionsentscheidung vor.
Flughafen Hamburg bietet Gebührenanreize für nachhaltige Kraftstoffe
Eine großtechnische Produktion von e-SAF gebe es demnach noch nicht. Laut Ineratec spiele die Erlangung von Bau- und Umweltgenehmigungen in den Niederlanden und an weiteren Produktionsstandorten eine Rolle. Zudem bestehe Unsicherheit hinsichtlich möglicher Änderungen der „ReFuelEU Aviation“-Verordnung. Daher sei es nach Unternehmensangaben relevant, dass auch die Regierungen in ganz Europa investieren, um den Ausbau alternativer Flugkraftstoffe zu ermöglichen.
Christian Kunsch, Geschäftsführer des Flughafens Hamburg, erklärte ergänzend: „Wir unterstützen Fluggesellschaften bei der Verwendung lokal produzierter Kraftstoffmischungen, indem wir in unseren Gebühren Anreize für nachhaltige Flugkraftstoffe bieten.“







