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Niederländische Unternehmen prüfen H2-Transport in Nordsee-Pipelines

Gasunie und die Petrogas Transportation B.V. (Petrogas) wollen gemeinsam untersuchen, wie die unter der Nordsee verlegte Petrogas-Pipeline für den Transport von grünem Wasserstoff wiederverwendet werden kann. Dafür planen die beiden Unternehmen eine Machbarkeitsstudie. Diese soll sich auf die technische Machbarkeit und mögliche Umrüstung der Pipeline für das Offshore-Wasserstoffprojekt Demo 1 konzentrieren. Das Demonstrationsprojekt umfasst den Bau einer 20 bis 50 MW offshore Elektrolyseanlage mit Anlandung im Gebiet des Nordseekanals.

von | 27.03.25

Gasunies Offshore-Wasserstoffaktivitäten konzentrieren sich auf die Entwicklung von Transportinfrastruktur für offshore produzierten Wasserstoff.
© benoitgrasser - stock.adobe.com
Nordsee

Die Niederlande verfolgen ambitionierte Ziele beim Ausbau der Offshore-Windenergie und Wasserstoffwirtschaft. Die Technologien sollen die Energieabhängigkeit der Niederlande und Europas von anderen Ländern reduzieren und die Wettbewerbsposition verbessern. Dafür prüft der staatliche Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) wie die bestehende Gasinfrastruktur in der Nordsee umgenutzt werden können. Denn Gasunie will Entwickler und Betreiber eines Wasserstoffnetzes in der Nordsee werden.

Die verschiedenen Aspekte der Umnutzung untersucht das niederländische Unternehmen mit diversen Partnern, darunter das niederländische Ministerium für Klima und grünes Wachstum. Neben der technischen Machbarkeit werden rechtliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Tragfähigkeit sowie Auswirkungen auf Natur und Umwelt betrachtet. Petrogas prüft verschiedene Optionen zur Wiederverwendung seiner Infrastruktur, einschließlich des Transports von grünem Wasserstoff durch bestehende Pipelines.

Kooperation zur Standardentwicklung für Offshore-Wasserstoffanlage

Gasunie verfügt nach eigenen Angaben über langjährige Erfahrung mit dem Transport von Wasserstoff durch umgenutzte und neu installierte Pipelines an Land. Der FNB will ein Wasserstoffnetz von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark schaffen. Darüber konnten wir mit Dr. Michael Kleemiß, Manager für Großprojekte bei Gasunie Deutschland, sprechen. Mit dem Projekt „Hyperlink“ baut das Tochterunternehmen des niederländischen Staatskonzerns in Nordwestdeutschland ein Transportnetz für Wasserstoff auf. Darüber haben wir mit Anke Alvermann-Schuler gesprochen, Head of Stakeholdermanagement für den Bereich Wasserstoff bei Gasunie Deutschland.

Die Wiederverwendung von Offshore-Pipelines für den Wasserstofftransport stellt jedoch eine relativ neue Entwicklung dar, die zusätzliche Forschung erfordert. Der niederländische FNB arbeitet in verschiedenen internationalen Forschungsprojekten mit anderen FNB, Wissenszentren und Normungsausschüssen an der Entwicklung von Standards für die sichere Wiederverwendung von Offshore-Pipelines.

Die nun vereinbarte Zusammenarbeit zwischen Gasunie und Petrogas soll bewerten, ob die Petrogas-Pipeline nach neuesten Standards für den sicheren Wasserstofftransport geeignet ist.

Offshore-Wasserstoffanlagen

Eine Offshore-Wasserstoffanlage ermöglicht die Nutzung von Windenergie, die bei ausschließlicher Verwendung von Stromkabeln verloren ginge. In diesem System wird die erzeugte Windenergie direkt vor Ort in Wasserstoff umgewandelt und durch Offshore-Pipelines an Land transportiert. Dieser Transport ist kosteneffizient und senkt die Gesamtkosten der Energieinfrastruktur. Ein weiterer Vorteil besteht in der Möglichkeit, Wasserstoff über diese Nordsee-Pipelines aus anderen Nordseeländern zu importieren.

 

(Quelle: Gasunie/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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