Die drei neuen Wasserstoff-Lkw seien ein erster Schritt hin zu einem nachhaltigeren Schwerlastverkehr innerhalb des Verteidigungsministeriums, heißt es in einer veröffentlichten Pressemeldung.
Die H₂-Trucks benötigen keinen schweren Akku, um emissionsfrei zu fahren. Der Verzicht auf Batteriepacks wirkt sich auf Nutzlast und Konfigurierbarkeit aus. Die Fahrzeuge eignen sich dadurch für besondere Achskonfigurationen und Aufbauten, die keinen Platz für Batteriepacks am Rahmen lassen. Die Antriebstechnologie entspricht der eines herkömmlichen Benzin- oder Dieselmotors. Der Wasserstoff wird direkt in den Motor eingespritzt.
Technische Daten des MAN hTGX
Die eingesetzten Wasserstoff-Lkws basieren auf der TGX-Fahrzeugbaureihe von MAN. Die Tanks fassen 56 Kilogramm Wasserstoff, komprimiert auf 700 bar. Mit dieser Menge erreicht das Fahrzeug laut Hersteller eine Reichweite von rund 600 Kilometern, bei einem zulässigen Gesamtgewicht von Zugmaschine und Auflieger von 40.000 Kilogramm.
Den Antrieb übernimmt der Wasserstoff-Verbrennungsmotor H45. Der Fahrzeugbauer entwickelte den Motor auf Basis des Diesel-Aggregats D38 am Standort Nürnberg. Er leistet 520 PS und liefert ein Drehmoment von 2.500 Newtonmetern. Die Kraftübertragung erfolgt über das automatisierte Getriebe MAN TipMatic DirectDrive.
Der Tankvorgang des Trucks dauert rund 15 Minuten. Der Hersteller bietet den hTGX in den Achskonfigurationen 6×2 und 6×4 an. Der CO₂-Ausstoß liegt bei unter einem Gramm pro Tonnenkilometer. Damit gilt das Fahrzeug nach der geplanten CO₂-Gesetzgebung der EU als Zero-Emission-Vehicle.
Einsatz bei der Regionalen Vervoerscompagnie
Die Regionale Vervoerscompagnie 210 übernimmt den Betrieb der drei Fahrzeuge. Die Einheit setzt die Trucks für Liniendienste ein. Zusätzlich transportieren die Lkw Stückgut, Material und Kraftstoff.
Die Fahrzeugbesatzungen erhalten Tankkarten. Mit diesen Karten können sie an allen Wasserstoff-Tankstellen in den Niederlanden tanken.
Je nach Quelle liegt die Zahl der aktiven öffentlichen 700-bar-Standorte in den Niederlanden bei rund 19 bis 25.
Serienproduktion und weitere Einsatzgebiete
MAN hat für 2025 eine Kleinserie von rund 200 Einheiten des hTGX geplant. Kunden in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Island sowie einigen außereuropäischen Ländern haben die Fahrzeuge erhalten.
Der Fahrzeugbauer sieht die Einsatzmöglichkeiten für den Wasserstoff-Verbrenner unter anderem bei Baustelleneinsätzen sowie Tank-, Holz- und Schwerlasttransporten. Darüber hinaus eigne sich die Technologie für sogenannte Non-Road-Anwendungen wie Schiffe, Land- und Baumaschinen, Stromgeneratoren und Blockheizkraftwerke.
Nach Einschätzung von MAN spielen Wasserstoff-Lkw im Vergleich zu Elektro-Lkw vor allem in Nischenanwendungen eine Rolle. Für den Verteiler- und Fernverkehr sieht der Hersteller eTrucks als Lösung mit größerer Reichweite am Markt.







