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Nordfriesische Gemeinde erweitert Wasserstoff-Wärmenetz

In der nordfriesischen Gemeinde Bosbüll haben Gesellschafter und Projektbeteiligte den Spatenstich für die Erweiterung ihres Fernwärmenetzes gesetzt. Das seit 2020 bestehende Netz versorgt Haushalte ausschließlich mit Wärme aus regionalem Strom. Das System nutzt Power-to-Heat-Technologie und Abwärme aus der Wasserstoffproduktion. Mit der Nachverdichtung können ab der Heizperiode 2025/26 weitere Haushalte angeschlossen werden. Ministerpräsident Daniel Günther bezeichnete das Projekt als Beispiel für dezentrale Energiewende.

von | 15.09.25

Spatenstich für die Erweiterung des Wasserstoff-Wärmenetzes
© Staatskanzlei SH
Nordfriesische Gemeinde erweitert Wasserstoff-Wärmenetz

Das Wärmenetz der Gemeinde Bosbüll (ca. 50 km westlich von Flensburg) basiert auf Power-to-Heat-Technologie. Eine 240-kW-Wärmepumpe bezieht Strom aus örtlichen Wind- und Solaranlagen. Bei einem Stromüberangebot wandelt ein Heizstab den abgeregelten Wind- und Solarstrom in Wärme um. Ein Pufferspeicher entkoppelt Wärmeerzeugung und -nutzung. Das System arbeitet dadurch auch bei schwankender Stromerzeugung kontinuierlich. Ein Spitzenlast-Kessel dient als Backup während Wartungsarbeiten.

Zwei Elektrolyseure des eFarm-Projekts stehen neben der Heizzentrale. Sie erzeugen grünen Wasserstoff aus Bosbüller Wind- und Solarstrom. Die Prozesswärme der Elektrolyse wird zusätzlich in das Wärmenetz eingespeist.

Nun soll das Fernwärmenetz von Bosbüll erweitert werden. Dafür setzen die Beteiligten am 28. August den Spatenstich. Der offizielle Baustart für die Nachverdichtung des Wärmenetzes ist für den Herbst geplant. Erste Wärmelieferungen soll schon während der kommenden Heizperiode 2025/26 möglich sein, heißt es in der veröffentlichten Pressemeldung.

Wasserstoff-Wärmenetz versorgt halb Bosbüll

Die Gemeinde unterstützt den Ausbau des Wärmenetzes. Betrieben wird es von der Bosbüll Energie GmbH. Der Bürgerwindpark Bosbüll und GP Joule sind als Gesellschafter mit an dem Ausbau und Betrieb beteiligt. Bürgermeister Ingo Böhm führt die Geschäfte der Bosbüll Energie GmbH.

„Unser kommunales Wärmenetz zeigt, wie nachhaltig und zugleich wirtschaftlich die eigene Wärmeversorgung sein kann. Die Nachfrage unser Bürgerinnen und Bürger ist hoch, darum freue ich mich, dass mit der Nachverdichtung nunmehr das halbe Dorf angeschlossen werden kann“, sagte Böhm.

Die Wasserstoffproduktion sei ein gutes Beispiel für intelligente, regionale Energieversorgung, ergänzte Ministerpräsident Daniel Günther. So werden Erneuerbare Energien nicht nur in das Netz eingespeist, sondern direkt vor Ort genutzt, gespeichert, in Wasserstoff umgewandelt oder in einem Nahwärmenetz verwertet. Diese zukunftsfähige Energieversorgung sei ein wichtiger Baustein für die Klimaneutralität. Das Bundesland Schleswig-Holstein strebt bis bis zum Jahr 2040 die Klimaneutralität an.

Wasserstoff versorgt den Nahverkehr

Dafür betreibt die Gemeinde Bosbüll zwei Bürgersolarparks, zwei Bürgerwindparks und die Wasserstoffproduktion. Ein dritter Solarpark soll bis Jahresende 2025 entstehen.

Der produzierte Wasserstoff betreibt Brennstoffzellenbusse im öffentlichen Nahverkehr Nordfrieslands. Die eFarm-Tankstellen in Niebüll und Husum versorgen weitere wasserstoffbetirbene Fahrzeuge.

(Quelle: GP JOULE/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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