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Nordsee Summit 2023: FNB der Nordsee-Anrainerstaaten wollen Wasserstoffhochlauf beschleunigen

Im Vorfeld der Nordsee Summit 2023 im belgischen Ostende haben neun europäische Fernleitungsnetzbetreiber eine Erklärung zum Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee zur Produktion von grünem Wasserstoff veröffentlicht. Darin fordern sie unter anderem klare rechtliche Rahmenbedingungen, eine gesicherte Finanzierung sowie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. 

von | 20.04.23

Offshore-Windpotentiale in der Nordsee
© benoitgrasser - stock.adobe.com
Nordsee

20. April 2023 | Im Vorfeld der Nordsee Summit 2023 im belgischen Ostende haben neun europäische Fernleitungsnetzbetreiber eine Erklärung zum Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee zur Produktion von grünem Wasserstoff veröffentlicht. Darin fordern sie unter anderem klare rechtliche Rahmenbedingungen, eine gesicherte Finanzierung sowie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.

Die an die Nordsee angrenzenden Fernleitungsnetzbetreiber – Energinet, Fluxys, GASCADE, Gas Networks Ireland, Gassco, Gasunie, GRTGaz, National Gas Transmission und OGE – haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Ihr Ziel ist es, den Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee zu beschleunigen. Davon soll insbesondere die Produktion von grünem Wasserstoff profitieren. Die FNBs wollen ihre gemeinsame Erklärung vor dem Gipfel an ihre jeweiligen Staatschefs übermitteln.

Konkret verpflichten sich die Fernleitungsnetzbetreiber nach eigenen Angaben zur abgestimmten Entwicklung der Wasserstoffinfrastruktur zur Nutzung der Energieressourcen in der Nordsee. Auf deutscher Seite haben die Fernleitungsnetzbetreiber Gascade und Open Grid Europe (OGE) unterzeichnet.

Damit die Nordsee-Deklaration zum Katalysator des Wasserstoffhochlaufs wird, fordern die Unterzeichner u.a.:

  • die Entwicklung eines Rechts- und Regulierungsrahmens für die entstehende Wasserstoffinfrastruktur – offshore wie onshore.
  • eine langfristige und grenzüberschreitende Perspektive für den optimalen Einsatz von Strom und Wasserstoff.
  • die Klärung von Finanzierungsfragen zwischen den Ländern.
  • die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren und der maritimen Raumplanung unter Einbeziehung der FNB.

Nordsee bietet 150 GW Strompotenzial

Die Nordsee Summit 2023 ist die Nachfolgerin des Esbjerg-Formates aus dem Jahr 2022. Damals wurde das große politische Zielen von 150 GW an installierter Offshore-Wind-Leistung im Jahr 2050 vereinbart. Die Veranstaltung soll ein starkes Signal für die Transformation der Energiesystems mit Hilfe von Wasserstoff und Offshore-Windkraft senden.

Gascade und die belgisches Fluxys arbeiten in diesem Kontext schon am Offshore-Pipeline-Projekt AquaDuctus, das Wasserstoff von verschiedenen Quellen in der Nordsee einsammeln und an Land transportieren soll. Mit einer gut 200 km langen Leitung sollen im ersten Schritt bis 2030 Windparks in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone mit dem deutschen Festland verbunden werden. In einem zweiten Schritt ist die Erweiterung und die Verknüpfung mit Wasserstoffleitungen von Nordseeanrainer-Staaten geplant.

„Die Nordsee Summit 2023 unterstreicht die Bedeutung der gemeinsamen europäischen Zusammenarbeit – vor allem mit Blick auf die zukünftige Energieversorgung durch das Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien wie z.B. Offshore-Wind und Wasserstoff. Die Wasserstoffinfrastruktur spielt hierbei eine entscheidende Rolle“, sagt OGE-Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Jörg Bergmann.

 

„Daher haben OGE und RWE das nationale Infrastrukturprojekt „H2ercules“ entwickelt, das Verbraucher im Süden und Westen Deutschlands mit grünem Wasserstoff aus heimischer Produktion und über Importrouten versorgen soll. Dabei sollen mehrere Importkorridore, u.a. mit Fluxys in Belgien, aber auch mit weiteren Partnern in Norwegen, Frankreich und den Niederlanden erschlossen werden.“

Wesentliche Entscheidungen stehen noch aus

Damit der notwendige Aufbau der H2-Infrastruktur gelingt, sollen bestehende Erdgasleitungen umgestellt und durch Neubauten ergänzt werden. Für den kurzfristigen Beginn stehen laut Gascade wesentliche politische Entscheidungen aus, die bis zum Sommer 2023 getroffen werden müssen.

Um zusätzlich die Bedeutung der genannten Infrastrukturprojekte für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft hervorzuheben, haben die jeweils beteiligten Projektpartner bei der Europäischen Kommission den Status eines Projects of Common Interest (PCI) beantragt. Zudem wurde für das Projekt AquaDuctus vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz als wichtige Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) in die engere Wahl genommen.

„Ostende zeigt: Wir brauchen zeitnah eine integrierte, länderübergreifende Netzplanung für die künftige Nutzung der Offshore-Windenergie für die Strom- und Wasserstofferzeugung“, sagt GASCADE-Geschäftsführer Dr. Christoph von dem Bussche.

 

„Die Vorteile liegen auf der Hand: Sicherstellung der künftigen Versorgungssicherheit und Diversifizierung der Energieversorgung Europas.“

Zur Erklärung der FNBs
(Quelle: Gascade/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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