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Nordsee wird zur „Wasserstoff-Brücke” zwischen Deutschland und Schottland

AquaVentus und Hydrogen Scotland haben auf der Messe Offshore Europe in Aberdeen ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Die Kooperation zielt auf den Ausbau der Wasserstoffproduktion und des Transports im Nordseeraum ab. Beide Verbände wollen die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion über Transport und Speicherung bis zur Nutzung entwickeln.

von | 09.09.25

Unterzeichnung des MoU zwischen AquaVentus und Hydrogen Scotland auf der Messe Offshore Europe in Aberdeen
© AquaVentus
AquaVentus und Hydrogen Scotland vereinbaren strategische Partnerschaft für Nordsee-Wasserstoff

Ziel der Kooperation ist es, die Wasserstoffproduktion und den Transport in der Nordsee deutlich zu stärken und die Potenziale der gemeinsamen Infrastruktur besser zu nutzen. Dafür wollen die beiden Wasserstoffverbände ihre Forschungsaktivitäten verstärken und gemeinsam ihre politischen Interessen für eine europäische Wasserstoffwirtschaft vertreten. 

Die Kooperation soll Offshore-Windkraft und Elektrolyse kombinieren und eine gemeinsame Pipeline-Infrastruktur aufbauen. Jörg Singer, Vorstandsvorsitzender von AquaVentus, sieht darin Chancen für Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Perspektiven. Denn Deutschland benötigt als größter Industriestandort Europas verlässliche Mengen grünen Wasserstoffs.

Schottland verfügt über enormes Offshore- und Onshore-Windpotential für die Wasserstoffproduktion. „Wir bauen eine Brücke über die Nordsee für einen europäischen Wasserstoffmarkt”, erklärt Nigel Holmes, CEO von Hydrogen Scotland.

Positionspapier definiert drei Voraussetzungen

Parallel zur MoU-Unterzeichnung hat AquaVentus ein Positionspapier vorgestellt. Es zeigt Wege zur Umsetzung der deutsch-britischen Zusammenarbeit auf, die sich aus dem Kensington Vertrag und dem EU-Kommissions-Impuls „Common Understanding” ergeben.

Das Papier identifiziert drei zentrale Voraussetzungen:

  1. Die Vernetzung von Erzeugern und Abnehmern über nationale Grenzen sei für den Markthochlauf erforderlich.
  2. Regulatorische Rahmenbedingungen müssen harmonisiert werden.
  3. Hybride Anschlusskonzepte integrieren Strom- und Wasserstoffnetze für flexible Energiebedarfe.

Rechtliche Verankerung im WindSeeG gefordert

Robert Seehawer, Geschäftsführer von AquaVentus, fordert die schnelle Verankerung hybrider Anschlusskonzepte im Windenergie-auf-See-Gesetz. Dies würde kosteneffiziente Offshore-Elektrolyse bei niedrigen Energiepreisen ermöglichen. So würden Offshore-Windbetreiber zusätzliche Geschäftsmodelle erhalten.

Die Initiative arbeitet mit Partnern aus Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen am „Grünen Kraftwerk Nordsee”. AquaVentus plant die jährliche Produktion von einer Million Tonnen grünem Wasserstoff aus Nordsee-Windenergie.

European Hydrogen Backbone als Fernziel

Das Positionspapier betont die Weiterentwicklung vom nationalen Kernnetz zum European Hydrogen Backbone. Projekte wie AquaDuctus können als Nukleus für ein gesamteuropäisches Wasserstoffnetz dienen. Die Kooperation mit dem Vereinigten Königreich stärke die europäische Energieresilienz.

Hydrogen Scotland vertritt über 200 Mitglieder aus Industrie, Kommunen, Hochschulen und Entwicklungsagenturen. Der Verband entwickelt Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie für Transport, stationäre Energieversorgung, industrielle Dekarbonisierung und Energiespeicherung.

AquaVentus vereint mehr als 100 Unternehmen, Organisationen und Forschungsinstitute. Das Ziel: 10 Gigawatt Erzeugungsleistung für grünen Wasserstoff aus Offshore-Windenergie in der Nordsee und der Aufbau der Transportinfrastruktur.

(Quelle: AquaVentus/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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