Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Nucera liefert 1,4 GW Anlage für Australiens größtes Grüneisen-Projekt

Das australische Unternehmen Progressive Green Solutions (PGS) hat den Dortmunder Elektrolyseurhersteller Thyssenkrupp Nucera als bevorzugten Lieferanten für das Mid-West Green Iron-Projekt in Westaustralien ausgewählt. Der Elektrolyseur soll über eine Gesamtleistung von 1,4 Gigawatt verfügen. Mit dem dort produzierten grünen Wasserstoff will das australische Unternehmen ab 2029 jährlich sieben Millionen Tonnen grüne Eisenpellets produzieren. Dadurch will PGS die CO₂-Emissionen um 90 Prozent reduzieren.

von | 28.08.25

Die geplante Anlage in der Region Mid West nahe der Stadt Geraldton in Westaustralien.
© Progressive Green Solutions
Nucera liefert 1,4 GW Anlage für Australiens größtes Grüneisen-Projekt

PGS will ab 2029 sieben Millionen Tonnen grünen Eisenpellets pro Jahr herstellen. Die Hälfte davon wird zu 2,5 Millionen Tonnen grünem heißbrikettiertem Eisen (HBI) weiterverarbeitet. Die Produktion der grünen Produkte soll in der Region Mid West nahe der Stadt Geraldton erfolgen.

Für die grüne Eisenproduktion plant das australische Unternehmen eine eigene Elektrolyseanlage. Diese soll, wie nun verkündet, von Thyssenkrupp Nucera stammen. Die Anlage mit geplant 1,4 Gigawatt Gesamtleistung soll sich aus den standardisierten 20-MW-scalum®-Modulen des Dortmunder Elektrolyseurherstellers zusammensetzen. Die modulare Bauweise der Module ermöglicht eine skalierbare Wasserstoffproduktion.

Die Elektrolyseure sollen mit lokaler erneuerbarer Energie betrieben werden. So soll die grüne Eisenproduktion die CO₂-Emissionen um bis zu 90 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Stahlherstellung reduzieren. 

Kapazitätserweiterung schon geplant

Als Rohstoff für die Eisenpellet-Produktion dient Magnetit-Eisenerz aus der Region. HBI ist eine komprimierte Form von direkt reduziertem Eisen, das als Exportprodukt nach Übersee verschifft wird. Das Projekt nutzt eine integrierte Lieferkette vom Bergwerk bis zum Hafen und vorhandene Infrastrukturen.

Die ersten Exporte sind für 2029 geplant. PGS will das Werk langfristig auf 30 Millionen Tonnen DR-Qualitäts-Grünpellets und zehn Millionen Tonnen grünes HBI pro Jahr ausbauen.

Projektentwicklung und Finanzierung noch offen

Das Projekt befindet sich aktuell in einer frühen Planungsphase. Thyssenkrupp Nucera arbeitet mit PGS an der Entwicklung und strebt einen EPF-Vertrag (Engineering, Procurement, Fabrication) an. Die Realisierung hängt noch von der finalen Investitionsentscheidung (FID) ab.

Relevante Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis erwartet Thyssenkrupp Nucera nicht vor dem Geschäftsjahr 2026/27. Mit dem australischen Auftrag wird das Dortmunder Unternehmen zum bevorzugten Technologielieferanten für Projekte mit mehr als drei Gigawatt Gesamtkapazität weltweit. Das Unternehmen hat bereits über 600 Projekte mit mehr als zehn Gigawatt installierter Leistung realisiert.

(Quelle: Thyssenkrupp Nucera/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Neue paneuropäische Wasserstoff-Allianz soll Dekarbonisierung beschleunigen
Neue paneuropäische Wasserstoff-Allianz soll Dekarbonisierung beschleunigen

Am 14. April wurde die „European Resilience Alliance for Clean Hydrogen & Derivatives“ (ERA) offiziell im Europäischen Parlament in Brüssel vorgestellt. Die ERA vereint Industrieunternehmen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Ziel des Zusammenschlusses ist der Ausbau der europäischen Energieresilienz und industrieller Wettbewerbsfähigkeit sowie die Beschleunigung der Dekarbonisierung.

mehr lesen
Konsortium entwickelt grünen Wasserstoffkorridor in der Ostsee
Konsortium entwickelt grünen Wasserstoffkorridor in der Ostsee

Die Northern Europe Energy Group, SEFE und das Baltic Sea Hydrogen Collector-Konsortium (BHC) haben auf der WindWorks 2026 in Riga ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Die drei Partner wollen grünen Wasserstoff vom nordisch-baltischen Raum nach Deutschland liefern. Ziel ist die Entwicklung einer integrierten Wertschöpfungskette mit konkreten Produktionszielen, gesicherter EU-Finanzierung und einem geplanten Infrastrukturkorridor.

mehr lesen

H2 Talk

„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“
„Explosionsschutz ist eine Schlüsseltechnologie für die Wasserstoffwirtschaft“
„International sehen wir ein enormes Wachstumspotenzial im Wasserstoffmarkt“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt