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Österreichische Firmen gründen Allianz für Wasserstoffimporte

Acht österreichische Energie- und Industrieunternehmen haben sich zu der Hydrogen Import Alliance Austria (HIAA) zusammengeschlossen. Diese acht Unternehmen machen einen wesentlichen Teil des derzeitigen und künftigen Wasserstoffbedarfs in Österreich aus. Gemeinsam wollen die HIAA-Mitgliedsunternehmen einen Plan entwickeln, um den Import von grünem Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Konditionen nach Österreich voranzutreiben.

von | 10.07.24

v.l.n.r.: Manuel Beschliesser, Michael Strugl und Stefan Wagenhofer
© VERBUND/Redtenbacher
Hydrogen Import Alliance Austria: Österreich Wasserstoffimporte

Aufbau einer Wasserstoff-Importwirtschaft

Ausreichend verfügbarer grüner Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen ist ein zentraler Baustein für die Transformation der Industrie. Die nationale Produktion von Wasserstoff wird jedoch nicht ausreichen, um die stark steigende Nachfrage zu decken. Aufgrund von erheblich besseren Voraussetzungen in Bezug auf meteorologische Bedingungen und Flächenverfügbarkeiten können in benachbarten Regionen erneuerbarer Strom und somit grüner Wasserstoff in deutlich größeren Mengen und zu niedrigeren Kosten als in Österreich produziert werden. Da das Land maßgeblich auf Wasserstoffimporte angewiesen sein wird, haben sich nun acht österreichische Energie- und Industrieunternehmen zu der Hydrogen Import Alliance Austria (HIAA) zusammengeschlossen.

Ziel der HIAA-Mitglieder ist es, Wasserstoffimporte via Pipelines nach Österreich zu ermöglichen – und das bis bis 2030. So sollen auch langfristig die signifikant steigenden Bedarfe gedeckt und damit eine wettbewerbsfähige Versorgung der Abnehmer ab 2030 sichergestellt werden.

Mitglieder der HIAA sind AMAG Austria Metall, Gas Connect Austria, LAT Nitrogen, OMV, RHI Magnesita, Verbund, Voestalpine und Wiener Stadtwerke. Die Unternehmen nehmen laut eigenen Angaben eine unterstützende Rolle beim Aufbau der österreichischen Wasserstoff-Importwirtschaft und bei der Koordination entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein. Im Fokus steht die Lösung des so genannten „Henne-Ei-Problems“. Ziel der HIAA-Unternehmen sei es, den Hochlauf in einer strukturierten und vor allem orchestrierten Form voranzutreiben.

Wasserstofftransport über Pipelines steht im Fokus

Die HIAA-Mitglieder wollen die vielversprechendsten Transportrouten nach Österreich untersuchen. Außerdem wollen sie die Anbindung an potenzielle Korridore forcieren, um für Österreich eine sichere und international wettbewerbsfähige Versorgung mit grünem Wasserstoff zu ermöglichen. So wollen sie mit ihren Aktivitäten einen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Wasserstoffstrategie leisten.

Die Mitgliedsunternehmen der HIAA widmen sich konkret drei zentralen Fragestellungen:

  • Identifikation und Machbarkeit der verschiedenen Wasserstoff-Importkorridore
  • Orchestrierung und zeitliche Koordination des Hochlaufs entlang der Wertschöpfungskette
  • Unterstützung einer langfristigen Versorgung mit wettbewerbsfähigem Wasserstoff zur Sicherung des österreichischen Industriestandorts

Aufgrund des bestehenden Netzes an Erdgasleitungen und der historischen Rolle Österreichs als Drehscheibe im Gastransport stellt der Wasserstofftransport über Pipelines den günstigsten und skalierbarsten Weg zur Sicherung der heimischen Versorgung dar.

Abhängigkeiten beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft

Österreich verfügt über ein leistungsfähiges Pipelinenetz, das laut Stefan Wagenhofer, Geschäftsführer von Gas Connect Austria, bereits jetzt in Teilen den Transport von Wasserstoff ermöglicht. Laut ihm könne das Land mit gezielten Investitionen in die Infrastruktur künftig als zentrale Drehscheibe im europäischen Wasserstoff-Backbone fungieren.

Die Ermöglichung von Wasserstoffimporten ab 2030 erfordert bereits heute eine zentrale Weichenstellung, Planungs- und Investitionssicherheit sowie Unterstützung durch die Politik. Die Wertschöpfungsstufen weisen wechselseitige, zeitliche Abhängigkeiten auf. Finale Investitionsentscheidungen (FID) für Anlagen zur Produktion von Wasserstoff hängen beispielsweise von der Verfügbarkeit technischer Komponenten (z.B. Elektrolyseure etc.) und der relevanten Transportinfrastruktur sowie konkreten und frühzeitigen Zusagen der Abnehmer ab. Die relevante Infrastruktur benötigt für ihre FID ebenso frühzeitige Zusagen der Abnehmer, und diese brauchen wiederum für ihre kostenintensive und riskante Umstellung ihrer Anlagen die FID der Produktion und der Infrastruktur.

Es sind erhebliche Investitionen erforderlich, um die Errichtung sowie den Betrieb von Anlagen für die Bereitstellung, den Transport, die Speicherung, die Abnahme und den Verbrauch von importiertem grünem Wasserstoff zu gewährleisten. Allerdings ist die Wirtschaftlichkeit von grünem Wasserstoff und darauf basierenden Produkten zu Beginn des Markthochlaufs noch nicht gegeben. Daher werden finanzielle Unterstützungen und Absicherungen durch den öffentlichen Sektor ausschlaggebend für Investitionsentscheidungen sein. Es bedarf rechtlicher und regulatorischer Klarheit.

Es sei höchste Zeit, notwendige Maßnahmen und Investitionen zu beschließen, um attraktive Rahmenbedingungen für die industrielle Nutzung von Wasserstoff herzustellen, betont Manuel Beschliesser, COO bei LAT Nitrogen.

(Quelle: Hydrogen Import Alliance Austria (HIAA)/2024)

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