Den Wasserstoff für den Kaffeeröster liefere der Energieversorger Wien Energie GmbH aus einer eigenen Elektrolyseanlage in Simmering. Dort werde er aus regionaler Wind-, Sonnen- und Wasserkraft erzeugt. In Form von Gasflaschen gelange er anschließend von Simmering nach Ottakring.
Anlage liefert dieselben Ergebnisse wie konventionelle Röster
Die Kaffeeröstung zählt zu den energieintensivsten Schritten der Kaffeeproduktion. Industrielle Röster haben bisher Flüssiggas oder Erdgas genutzt, da eine vollständige Elektrifizierung aufgrund technischer Anforderungen wie konstante Temperaturen derzeit kaum umsetzbar sei. Grüner Wasserstoff biete nun eine klimaneutrale Alternative.
Der neue Kaffeeröster vermeide pro Röstvorgang rund 2 Kilogramm CO2 im Vergleich zu einer herkömmlichen Röstung mit Flüssiggas. Jährlich sollen so bis zu 300 Tonnen CO2 eingespart werden. Pro Charge verarbeite die Anlage in Ottakring 12 Kilogramm Rohkaffee. Dabei erreiche sie rund 200 Grad Celsius – sowie dieselben Röstergebnisse wie konventionelle Anlagen.
Ein Unternehmensvertreter erklärte, dem Projekt seien rund zehn Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit vorausgegangen. Stefan Gara, der Sprecher für Digitalisierung, Energie, Forschung, Klimaschutz, Wissenschaft der Partei NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum, betonte: „Der erste Wasserstoff-Kaffeeröster zeigt: Raus aus Gas ist auch in der Produktion möglich, ohne Kompromisse bei Qualität oder Tradition.“
Wasserstoff kommt ebenfalls in Mobilität zum Einsatz
Der Wasserstoff aus der Elektrolyseanlage von Wien Energie werde neben der Kaffeeproduktion auch in anderen Sektoren verwendet. So komme er unter anderem in der Mobilität zum Einsatz: Auf der Buslinie 39A sowie 2A und 3A würden die ersten Busse der Wiener Linien vollständig mit grünem Wasserstoff fahren. Tanken würden sie bei den Wasserstofftankstellen des Energieversorgers in Simmering und Leopoldau.







