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Patente und Senkrechtstarter-Entwicklung treiben H2-Luftfahrt voran

Das britisch-amerikanische Unternehmen ZeroAvia hat neun neue Patente für wasserstoffbetriebene Luftfahrtantriebe erhalten. Damit verfügt das Unternehmen nun insgesamt über 45 erteilte Patente im Bereich der wasserstoffbetriebenen Luftfahrtsysteme. Gleichzeitig hat ZeroAvia eine Partnerschaft mit dem kanadischen Unternehmen Horizon Aircraft verkündet. Gemeinsam wollen die beiden Firmen an der Entwicklung von wasserstoffbetriebenen eVTOL-Flugzeugen (electric Vertical Take-Off and Landing; dt.: elektrische Senkrechtstarter) arbeiten. 

von | 24.07.25

Der wasserstoffbetriebene Senkrechtstarter von ZeroAvia und Horizon Aircraft
© ZeroAvia
Neue Patente für H2-Flugzeuge und H2-Senkrechtstarter

ZeroAvia hat 2025 bisher neun neue Patente für wasserstoffbetriebene Luftfahrtantriebe erhalten. Sie stammen aus unterschiedlichen Ländern und decken verschiedene Bereiche ab – von neuartigen Materialien bis hin zu besonderen Bauteilen. Das Patentportfolio des Unternehmens umfasst nun alle Hauptsubsysteme des Triebwerks und Aspekte der Flugzeugintegration. 250 weitere Patentanmeldungen befinden sich laut ZeroAvia noch in der Prüfung.

Das wichtigste Patent des US-Patentamts (USPTO Nr. 12.341.225) betrifft ein integriertes Wasserstoff-Triebwerk. Das Design bezieht sich auf ZeroAvias ZA2000-Triebwerk für 40-80-Sitzer der ATR- und Dash-8-Flugzeugfamilien. Die modulare Multi-MW-Konstruktion soll eine kompakte und leistungsdichte Bauweise für emissionsfreie Regionaljets ermöglichen.

Das britische Patent GB2614450 behandelt neuartige Beschichtungen für Aluminium-Bipolarplatten in Hochtemperatur-PEM-Brennstoffzellen (HTPEM). Diese Technologie erlaubt den Betrieb bei höheren Temperaturen mit leichten Metallen und soll gleichzeitig Materialverschleißprobleme vermeiden.

Weitere Patente decken kryogene Managementsysteme, Wärmemanagement für Brennstoffzellensysteme und Katalysatoren mit Platin-Nanopartikeln ab. Ein Patent beschreibt ein Betankungssystem für wasserstoffbetriebene Flugzeuge, das einen thermoelektrischen Generator nutzt, um Wärme aus dem Betankungsprozess in Strom umzuwandeln.

Aktuell arbeitet das britisch-amerikanische Unternehmen an der Zertifizierung seines ersten Triebwerks für ein 20-Sitzer-Flugzeug und entwickelt einen größeren Antriebsstrang für 40-80-Sitzer-Flugzeug. Darüber hinaus führte ZeroAvia Flugtest durch und habe „Regulierungsmeilensteine” mit der US-amerikanischen FAA und der britischen CAA erreicht.

Partnerschaft für wasserstoffbetriebene Senkrechtstarter

ZeroAvia hat eine Zusammenarbeit mit dem kanadischen Unternehmen Horizon Aircraft angekündigt. Die Unternehmen prüfen die Integration von ZeroAvias ZA600-Wasserstoff-Elektroantrieb in das Cavorite X7 eVTOL-Flugzeug von Horizon Aircraft.

Das Cavorite X7 verfügt über ein Fan-in-Wing-Design mit 14 Hubventilatoren für den senkrechten Start. Schiebepaneele verbergen die Ventilatoren beim Übergang zum normalen Flügel-getragenen Flug. Das Flugzeug kann auf normalen Landebahnen, Hubschrauberlandeplätzen oder Flächen in Tennisnetzplatz-Größe landen.

Der kanadische Flugzeugbauer führte bereits ungebundene Flugtests mit einem Prototyp durch. Dafür erhielt Horizon Aircraft auch Unterstützung vom US-Verteidigungsministerium und Genehmigungen für Flugtests von der kanadischen Regulierungsbehörde.

Mit der Partnerschaft wollen die beiden nordamerikanischen Unternehmen die Forschung zu notwendiger Infrastruktur und Zertifizierungsrichtlinien für emissionsfreie Flugzeuge beschleunigen. In der veröffentlichten Pressemeldung heißt es, dass mehr eVTOL-Unternehmen Wasserstoff-Antriebe als Durchbruch zur Reichweitenerweiterung und Langlebigkeit der Antriebssysteme betrachten.

 

(Quelle: ZeroAvia /2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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