Der grüne Wasserstoff konnte auf der Bohrinsel Q13a-A produziert werden. Sie liegt rund 13 Kilometer vor der Küste vom niederländischen Scheveningen. Die Plattform wird von dem Energietechnologieunternehmen Eni Energy Netherlands BV betrieben und ist nach eigenen Angaben die erste vollständig elektrifizierte Produktionsplattform im niederländischen Teil der Nordsee.
Auf der Bohrinsel wird Meerwasser zunächst in entmineralisiertes Wasser umgewandelt und anschließend per Elektrolyse in Wasserstoff gespalten. Den dafür benötigten Strom liefert Offshore-Windenergie. Der Wasserstoff wird anschließend mit Erdgas gemischt, über die vorhandene Gaspipeline an die Küste befördert und in das nationale Gasverteilungsnetz eingespeist. Dafür hatte das niederländische Ministerium für Wirtschaft und Klima die Beimischungsvorgaben für Wasserstoff von 0,02 Prozent auf 0,5 Prozent erhöht. Der 1-MW-Elektrolyseur soll bis zu drei Tonnen Wasserstoff pro Woche erzeugen.
Ziel des Projekts ist es, praktische Erfahrungen mit der Integration mehrerer Energiesysteme in maritimer Umgebung zu sammeln. Außerdem werde geprüft, wie effizient ein Elektrolyseur arbeitet, wenn er mit variabler Windenergie betrieben wird. Zudem sollen Kenntnisse über Kosten, Wartungsanforderungen sowie Betriebsleistung von Offshore-Wasserstoffanlagen gewonnen werden.
Konsortium vereint 15 Projektpartner
PosHYdon ist eine Initiative eines Konsortiums aus 15 öffentlichen sowie privaten Partnern:
- DEME NV,
- EBN BV,
- Eneco Groep N.V.,
- Eni Energy Netherlands,
- Emerson Electric Co.,
- Nederlandse Gasunie NV,
- Hatenboer-Water B.V.,
- Investa Expertise Centre,
- Iv-Offshore & Energy B.V.,
- Nel Hydrogen Elektrolyser AS,
- Nexstep – National Platform for Re-use & Decommissioning,
- Noordgastransport B.V.,
- Northern Offshore Gas Transport (NOGAT),
- TAQA Energy BV sowie
- Nederlandse Organisatie voor toegepast-natuurwetenschappelijk onderzoek (TNO).
Im Jahr 2021 erhielt das Projekt einen Zuschuss von 3,6 Millionen Euro von der niederländischen Unternehmensagentur (RVO) im Rahmen ihres Programms „Demonstration Energy and Climate Innovation“, das in die Entwicklung erneuerbarer Energien, einschließlich Wasserstoffpilotprojekte, investiert.
Testphase untersucht Systembetrieb und Flexibilität
In der laufenden Testphase soll zunächst ein stabiler Systembetrieb bei der Wasserstoffproduktion erreicht werden. Anschließend werde untersucht, inwieweit das System auf Schwankungen in der Offshore-Windkrafterzeugung reagiere könne. Die relevantesten Ergebnisse sollen dann analysiert und zusammengestellt und im Herbst mit dem Wasserstoffsektor geteilt werden.
Lex de Groot, Geschäftsführer von Eni Energy Netherlands, betonte, die Wiederverwendung bestehender Offshore-Plattformen für nachhaltige Anwendungen werde somit nun zur greifbaren Realität.









