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Premiere in Oberösterreich: BHKW nutzt grünen Wasserstoff aus Porenspeicher

Zum Start der Heizsaison nutzt der österreichische Gasspeicherbetreiber RAG Austria AG eine Wasserstoff-KWK-Anlage mit 1 MW Leistung. Nach Angaben des Herstellers Innio Group handelt es sich um die europaweit erste Lösung dieser Art. Denn der Wasserstoff wurde im Sommer aus Solarstrom erzeugt und anschließend in einen unterirdischen Porenspeicher gefüllt, von dem aus er nun für die Energieversorgung im Winter zum Einsatz kommt.

von | 15.10.24

Dr. Andreas Kunz, CTO der INNIO Group (l.) und Markus Mitteregger, CEO der RAG Austria AG (r.).
© RAG Austria AG
KWK

Das kleine Wasserstoff-Kraftwerk (Kraft-Wärme-Kopplung, KWK) ist seit Juni 2024 am RAG Austria-Standort im oberösterreichischen Gampern in Betrieb. Sie versorgt die lokalen Industrieanlagen der RAG mit Strom und Wärme aus grünem Wasserstoff. Der Clou: Im Sommer erzeugt eine benachbarte Elektrolyseanlage den Energieträger mittels Sonnenergie. Anschließend speichert die RAG das Gas im laut Unternehmen ersten unterirdischen Porenlager-Wasserstoffspeicher in Rubensdorf bei Gampern ein.

In diesem Speicher lasse sich so überschüssiger Sonnenstrom mit einem Volumen von bis zu 4,2 GWh in Wasserstoff-Form speichern. Diese Energiemenge entspreche dem, was 1.000 PV-Anlagen in Einfamilienhausgröße in einem Sommer produzieren können. Im Winter nutze die Innio-KWK den Wasserstoff dann für die Produktion von Strom und die Wärme für den lokalen Bedarf des Betriebsstandorts und erziele so einen sehr hohen Nutzungsgrad.

KWK nutzt grüne Sommer-Energie im Winter

Das Konzept zeige, wie eine zentrale Herausforderung der Energiewende bewältigt werden kann: die saisonale Speicherung von überschüssigem Solarstrom aus dem Sommer für den Winter. Zugleich sei die Anlage ein „Vorzeigeprojekt“ für den schrittweisen Ersatz von Erdgas durch Wasserstoff für die ganzjährige emissionsfreie Stromerzeugung. „Gemeinsam zeigen wir, wie die Dekarbonisierung von Gemeinden und Industriestandorten möglich ist“, so Andreas Kunz, CTO der Innio Group.

„Mithilfe der Jenbacher Technologie gelingt es uns, die Erzeugung von erneuerbarer Energie von ihrem Verbrauch zu entkoppeln und damit nachhaltige Versorgungssicherheit ganzjährig zu ermöglichen“, ergänzt RAG-CEO Markus Mitteregger in einer Pressemitteilung vom 14. Oktober.

Im 80 km entfernten Großraum Linz betreibt RAG Austria seit Anfang des Jahres ein größeres Pilotprojekt zur H2-Einlagerung in Porenspeichern. Hier ist eine größere Variante der Anlage in Gampern geplant: Wasserstoff aus dem Sommer soll ein Fernwärmeheizkraftwerk und die vorgelagerte Infrastruktur betreiben. Die RAG war nach eigenen Angaben der erste Betreiber weltweit, der Wasserstoff in ausgeförderten Erdgaslagerstätten saisonal und großvolumig einspeicherte. Mit EUH2STARS will das Unternehmen nun auch die Umwandlung von Erdgasspeicherstätten auf Wasserstoffnutzung sowie den Neubau von Speichern im größeren Maßstab untersuchen.

 

(Quelle: Innio, RAG Austria/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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