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Rheinmetall plant europaweites Netzwerk für synthetische Kraftstoffe

Rheinmetall hat eine Partnerschaft mit Sunfire, Ineratec und Greenlyte Carbon Technologies geschlossen. Für das Giga PtX-Projekt plant das Konsortium ein europaweites Netzwerk dezentraler Produktionsanlagen für synthetische Kraftstoffe. So sollen europäische Armeen e-Fuels eigenständig herstellen können.

von | 10.12.25

© Sunfire
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Rheinmetall plant europaweites Netzwerk für synthetische Kraftstoffe e-Fuels

Rheinmetall will mit dem Projekt Giga PtX-Anlagen zur e-Fuel-Produktion aufbauen. Damit sollen europäische Armeen eigenständig synthetische Kraftstoffe herstellen können und so unabhängig von fossilen Importen werden.

Das Projekt sieht mehrere hundert dezentrale Produktionsanlagen vor. Jede dieser Anlagen soll jährlich 5.000 bis 7.000 Tonnen erneuerbaren Diesel, Schiffsdiesel oder Kerosin herstellen.

Die lokale Produktion soll zukünftig die langen Lieferketten fossiler Energieträger ersetzen. Das stärkt die Versorgungssicherheit für Streitkräfte und kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser oder Logistiksysteme.

„Wir haben genau die Partner, die wir brauchen. Wir sind bereit und können sofort loslegen“, erklärte Birgit Görtler, Vice President Sales Hydrogen bei Rheinmetall. Das Projekt zielt auf eine stabile Kraftstoffversorgung in Friedenszeiten und Krisensituationen ab.

Sunfire liefert Elektrolysetechnologie für grünen Wasserstoff

Um dieses europaweite Netzwerk dezentraler Produktionsanlagen für synthetische Kraftstoffe aufzubauen, hat Rheinmetall eine Partnerschaft mit Sunfire, Ineratec und Greenlyte Carbon Technologies geschlossen.

Das Dresdener Unternehmen Sunfire liefert die Elektrolyseure für das Vorhaben. Für die Wasserstoffproduktion sollen Druck-Alkali-Elektrolyseure zum Einsatz kommen. Neben diesen setzt der Elektrolyseurhersteller zudem auf die SOEC-Technologie. Diese nutzt Dampf und Abwärme zur Wasserstoffherstellung und erreicht dadurch eine höhere Umwandlungseffizienz von etwa 25 Prozentpunkten gegenüber anderen Produktionsverfahren.

Greenlyte nutzt DAC für CO₂-Gewinnung

Für die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen bedarf es neben grünem Wasserstoff auch Kohlenstoffdioxid. Das für die e-Fuel-Produktion notwendige CO₂ liefert das Essener Unternehmen Greenlyte Carbon Technologies.

Das Unternehmen scheidet CO₂ direkt aus der Umgebungsluft ab. Die Technologie arbeitet modular und ermöglicht einen von bestehender Infrastruktur entkoppelten Betrieb. Dies erhöht die Flexibilität bei der Standortwahl der Giga PtX-Anlagen, da die Produktionsstandorte so nicht auf CO₂-Quellen aus Industrieanlagen angewiesen sind.

Ineratec übernimmt Kraftstoffsynthese

Ineratec aus Karlsruhe verantwortet die Umwandlung von Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid in synthetische Kraftstoffe. Das Unternehmen setzt dafür Reverse-Water-Gas-Shift- und Fischer-Tropsch-Prozesse ein. Das Unternehmen arbeitet bereits seit längerem mit Rheinmetall zusammen.

Ineratec betreibt seit Juni 2025 in Frankfurt am Main Europas größte Power-to-Liquid-Anlage. Diese produziert jährlich bis zu 2.500 Tonnen synthetischen Kraftstoff.

Grüner Wasserstoff als strategischer Faktor für Europa

„Grüner Wasserstoff als lokaler, erneuerbarer Energieträger verschafft Europa die Freiheit, unabhängig zu handeln„, sagte Nils Aldag, CEO von Sunfire. Die Partnerschaft verbinde Dekarbonisierung mit Versorgungssicherheit.

Das Militär verursacht rund 5,5 Prozent der globalen CO₂-Emissionen. Dies entspricht dem Niveau des gesamten Luft- und Schiffsverkehrs. Europa verfügt über Wind, Sonne und Wasser zur Produktion grünen Wasserstoffs. E-Fuels können die Abhängigkeit von fossilen Importen reduzieren und gleichzeitig die EU-Klimaziele unterstützen.

(Quelle: Sunfire/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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