RWE liefert erneuerbaren Strom für Wasserstoffanlagen

Der Hersteller von Industriegasen Air Products & Chemicals Inc. hat mit dem deutschen Energieversorgungskonzern, der RWE AG, einen langfristigen Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement, PPA) abgeschlossen. Damit erhält das US-amerikanische Unternehmen erneuerbaren Strom für seine H2-Anlagen. Der Strom soll die Herstellung von RFNBO-konformem (Renewable Fuels of Non-Biologic Origin) Wasserstoff ermöglichen.

von | 09.09.26

Der Strom kommt unter anderem aus dem Solarpark Kerkrade in den Niederlanden.
© RWE AG
RWE liefert erneuerbaren Strom für Wasserstoffanlagen

Bis zu 75 GWh erneuerbarer Strom sollen im Rahmen des PPA jährlich bereitgestellt werden. Der Strom komme sowohl aus dem Onshore-Windpark Karolinapolder am Volkerak bei Dinteloord als auch aus dem Solarpark Kerkrade in der Provinz Limburg. Beide Energieparks liegen in den Niederlanden. Mit dem Strom sollen die bestehenden Wasserstoffanlagen sowie eine neue Wasserstoffverflüssigungsanlage von Air Products versorgt werden.

Flüssigwasserstoff für Kunden in Europa

Die neue Anlage in Rotterdam befindet sich derzeit noch im Bau. Ende März hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass die Anlage zu mehr als 65 Prozent fertiggestellt ist. Nach Bauabschluss soll sie über das integrierte Wasserstoffnetz von Air Products in der Region versorgt werden.

Die Kunden für den Flüssigwasserstoff würden aus verschiedenen Bereichen kommen, darunter die Elektronikfertigung, Raumfahrtanwendungen sowie industrielle Prozesse. Da Flüssigwasserstoff über weite Entfernungen transportiert werden kann, erwarte das Unternehmen, dass die Anlage zusätzliche Versorgungsalternativen für Kunden in der Benelux-Region, in Frankreich, Deutschland und im Vereinigten Königreich bieten werde.

Die Wasserstoffverflüssigungsanlage soll nach ihrer Inbetriebnahme 2027 laut Air Products die größte Produktionsanlage für Flüssigwasserstoff in Europa sein.

Wachsende Nachfrage nach RFNBO-konformem Wasserstoff

Miquel Lope, Vizepräsident und Geschäftsführer der Abteilung „Northern Continent“ bei Air Products, erklärte, der Vertrag sichere den erneuerbaren Strom, der für die Produktion von RFNBO-konformem Wasserstoff erforderlich sei.

Die RFNBO-Zertifizierung stellt sicher, dass der Wasserstoff ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammt. Die EU-Anforderungen nach RED II und RED III umfassen dabei mehrere Kriterien:

  1. Zusätzlichkeit der erneuerbaren Stromerzeugung
  2. Zeitliche und geografische Korrelation zwischen Stromproduktion und Elektrolyse
  3. Eine Treibhausgasminderung von mindestens 70 Prozent gegenüber fossilen Brennstoffen.

Laut Lopez steigt die Nachfrage nach RFNBO-konformem Wasserstoff in Europa an.

 

(Quelle: Air Products & Chemicals Inc./2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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