Die erste Ausbaustufe von HyLion sieht laut der MHP eine tägliche Produktion von 25 Tonnen Wasserstoff vor, woraus durch die Kombination mit biogenem CO2 125 Tonnen e-Methanol entstehen sollen. Hochgerechnet ergibt das 9.000 Tonnen Wasserstoff und 45.000 Tonnen e-Methanol pro Jahr. Dafür werden 63.000 Tonnen CO2 aus Biomasse sowie der schottischen Whisky-Industrie genutzt.
Projektstandort ist ein Biomassekraftwerk von Eon Energy Infrastructure in Lockerbie nahe der englischen Grenze. Dieses verfüge über eine optimale Infrastruktur für das Projekt. Ein 80-MW-Elektrolyseur von McPhy Energy soll dort den benötigten Wasserstoff erzeugen, Bosch Manufacturing Solutions ist für die Wasseraufbereitung zuständig.
Eon will biogenes CO2 aus seinem 40-MW-Biomassekraftwerk in Lockerbie liefern, das durch CO2 aus der Whisky-Produktion ergänzt wird. Für die Aufbereitung sind The Carbon Removers und CO2 Recovery Ltd zuständig. In der geplanten Syntheseanlage soll dann das e-Methanol entstehen. Der Logistiker Mareneco Ltd übernimmt den anschließenden Transport zu den Exporthäfen Cairnryan und Grangemouth.
Ein Abnehmer ist das deutsche Unternehmen P1 Fuels, das das e-Methanol in E-Kraftstoffe für Motorsport und Luftfahrt umwandeln will. Auch das Schifffahrtsunternehmen Cadeler A/S wolle das e-Methanol nutzen. Die Porsche-Tochter MHP koordiniert das HyLion-Netzwerk und entwickelt digitale Lösungen für die Lieferkette. HyLion trägt den ‚Green Investment Portfolio‘-Status der schottischen Regierung – eine Auszeichnung für Vorhaben, die zur schottischen Wasserstoffstrategie passen und damit die Wirtschaft der Region nachhaltig aufstellen sollen.
H2-Potenzial Schottland
Schottlands Ambitionen als Exporteur von Wasserstoff und Wasserstoff-Derivaten haben durch den letzten Regierungswechsel in London Auftrieb erhalten. Energieministerin Gillian Martin erklärte vor zwei Wochen nach einem Bericht des Handelsblatts, dass man überschüssigen Windstrom verstärkt für die Produktion von grünem Wasserstoff nutzen werde.
Der Wasserstoff-Export soll zunächst per Schiff erfolgen. Mit der neuen Labour-Regierung und ihrer EU-freundlicheren Politik sehe Martin aber bessere Chancen für die Realisierung einer seit langem geplanten Pipeline von Schottland über Nordengland nach Emden. Diese könnte nach einer Schätzung des Net Zero Technology Center etwa 3,1 Milliarden Euro kosten.
Schottlands Wasserstoff-Ambitionen erhielten im September 2023 starken Rückhalt durch eine Studie des Crown Estate Scotland. Der staatliche Immobilienverwalter sah enormes Exportpotenzial durch die Offshore-Windparks der Projekte ScotWind und INTOG, deren Leistung teilweise der Wasserstoffproduktion dienen könne. 2017 ging 25 Kilometer vor der schottischen Küste der erste Offshore-Windpark der Welt „Hywind Scotland“ in Betrieb.
(Quelle: MHP/2024)










