Sektorenkopplung: Abo Wind konzipiert Wasserstoff-Projekt

Das Wiesbadener Energie-Unternehmen ABO Wind hat die Konzeptionierung eines Windparks bekanntgegeben, der mit der Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff gekoppelt wird. Es handelt sich um das erste Wasserstoff-Projekt des Unternehmens.

von | 19.01.23

© elxeneize - stock.adobe.com
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19. Januar 2023 | Das Wiesbadener Energie-Unternehmen ABO Wind hat die Konzeptionierung eines Windparks bekanntgegeben, der mit der Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff gekoppelt wird.

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr fördert das Projekt Hünfeld-Michelsrombach im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit rund zwölf Mio. Euro. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

„Wir befassen uns seit rund zehn Jahren intensiv mit dem Thema Wasserstoff und freuen uns, jetzt erstmals ein Projekt umzusetzen“, sagt ABO Wind-Vorstand Dr. Jochen Ahn.

Bis zu 7 MW Leistung für Mobilitätssektor geplant

Im Gewerbepark Hessisches Kegelspiel in Hünfeld (Ortsteil Michelsrombach) plant ABO Wind die Errichtung und den Betrieb einer Windenergieanlage sowie eines Elektrolyseurs mit Wasserstofftankstelle für LKW und Busse. Der Genehmigungsantrag für die Windenergieanlage mit einer installierten Leistung von 4,8 MW wurde bereits eingereicht. Der Elektrolyseur ist zunächst auf 5 MW Leistung ausgelegt. Nach fünf Jahren ist eine Erweiterung auf 7,5 MW geplant, um die voraussichtlich ansteigende Nachfrage nach Wasserstoff zu bedienen.

Den grünen Wasserstoff will das Unternehmen mittels Wasser-Elektrolyse im Gewerbepark erzeugen und vorwiegend in der ebenfalls zu errichtenden, öffentlichen Wasserstoff-Tankstelle an LKW abgeben. Auch eine spätere Nutzung für PKW wäre möglich. An der Tankstelle können laut ABO Wind täglich rund 50 LKW auftanken. Die Anlage ist so konzipiert, dass die Betreiber einen Teil des Wasserstoffs über mobile Speicher – so genannte Trailer – mittels LKW auch zu entfernt gelegenen Abnehmern transportieren können.

So soll das Projekt nicht nur zur Verkehrswende beitragen, sondern auch industriellen und gewerblichen Abnehmern die Möglichkeit bieten, ihre Prozesse sukzessive aus Wasserstoffbasis zu gestalten.

CO2-Reduktion und Sektorenkopplung

„Das Innovative an dem Projekt ist die direkte Verbindungsleitung zwischen der Windenergieanlage und dem Elektrolyseur. Sie ermöglicht es, die Wasserstoffproduktion nach dem Windangebot auszurichten.“, sagt Dr. Jochen Ahn.

Derartige Speicher sind ein wesentlicher Baustein für zukunftsfähige Energiesysteme. Weht kein Wind, kann der Elektrolyseur Strom aus dem Netz beziehen.

Ersten Berechnungen zufolge vermeide das Projekt jährlich den Ausstoß von 115.000 Tonnen CO2. Dieser Effekt solle noch gesteigert werden: In der Nachbarschaft der Tankstelle befindet sich eine Wäscherei, die ihren Gasverbrauch durch die Nutzung der Abwärme des Elektrolyseurs senken könnte. Zudem lässt sich der anfallende Sauerstoff aus der Elektrolyse zum Bleichen und Desinfizieren nutzen.

Ursprung im HyExpert-Projekt „HyWheels“

Das Wasserstoffprojekt ist aus dem 2019 auf den Weg gebrachten HyExpert-Projekt „HyWheels“ hervorgegangen. Sein Ziel war die Entwicklung einer kohlenstoffneutralen Logistik-Wirtschaft in Osthessen. Anfang 2023 wurde im Rahmen des H2-Clusters ein weiteres Projekt gestartet: die HyWheels-Hessenflotte.

Hier geht es um den Aufbau einer Flotte an Brennstoffzellenfahrzeugen. Sie soll in Deutschland eine Pilotfunktion übernehmen. Dazu gehört die Aufzeichnung von Daten der H2-LKW-Nutzung und insbesondere der H2– Komponenten sowie die Vernetzung von Tanstellen.

Weitere Informationen zu den Wasserstoff-Projekten von Abo Wind
(ABO Wind/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

ABO Wind-Windpark Donaboròw in Polen (Quelle: ABO Wind)

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