SOEC-Testanlage zieht in Industriepark Lausitz ein

Der Dresdner Elektrolyseurhersteller Sunfire will im Industriepark Lausitz in Schwarzheide eine Testanlage für seine Hochtemperatur-Elektrolyse-Technologie auf Festoxidbasis (SOEC) errichten. Das hat BASF, der Betreiber des Industrieparks, bekannt gegeben. Die Anlage soll bis Ende des Jahres in Betrieb gehen und Langzeitdaten für den industriellen Einsatz der SOEC-Technologie liefern. 

von | 21.05.26

Model einer Testanlage zur weiteren Validierung der SOEC-Elektrolyse
© Sunfire
Sunfire errichtet SOEC-Testanlage im Industriepark Lausitz

Die SOEC-Elektrolyseure arbeiten bei Betriebstemperaturen von rund 850 Grad Celsius. Die dritte Generation der Technologie erreicht laut Hersteller einen Wirkungsgrad von bis zu 89 Prozent LHV, AC. Der hohe Wirkungsgrad senkt die Wasserstoffgestehungskosten (LCOH), was die Technologie für energieintensive Industrien mit Dekarbonisierungsbedarf attraktiv macht. Mit der Technologie adressiert Sunfire vor allem Industrien wie Raffinerien, Chemie- und Ammoniakproduktion.

Ziel der Anlage ist die Gewinnung von Praxisdaten für den Einsatz der SOEC-Technologie in industriellen Großprojekten. Sunfire setzt dabei auf die Infrastruktur und die verfügbaren Flächen am Standort, um Langzeittests unter realen Industriebedingungen durchzuführen.

Der Industriepark Lausitz wird von der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH betrieben. Mit der Ansiedlung von Sunfire erweitert der Standort sein Portfolio im Bereich grüner Wasserstofftechnologien.

Dresdner Hersteller setzt auf Dual-Technologie

Christian von Olshausen, CTO von Sunfire, nennt die vorhandene Infrastruktur, die verfügbaren Flächen und die industrielle Expertise vor Ort als Gründe für die Standortwahl. Die Testanlage soll Erkenntnisse liefern, die Sunfire für die Skalierung seiner SOEC-Elektrolyseure in industriellen Projekten nutzt.

Einen Wirkungsgrad von 84 Prozent LHV, AC wies Sunfire bereits 2022 im EU-geförderten Projekt GrInHy2.0 mit der ersten Generation nach. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben weltweit die meisten industriellen Demonstrationsprojekte mit SOEC-Technologie realisiert.

Sunfire entwickelt und produziert außerdem Elektrolyseure auf Basis der alkalischen Elektrolyse-Technologie (AEL). Erst vor kurzem hat der Hersteller ein neues 50-MW-AEL-System namens HyLink Alkaline 23 vorgestellt. Das soll die Gesamtinstallationskosten (TIC) für Großprojekte deutlich reduzieren.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“

Vom Abgassystem zur Brennstoffzelle: Purem by Eberspächer bringt seine Erfahrung aus der Akustik- und Abgasreinigungstechnik gezielt in den Wasserstoffbereich ein. Im Interview erklärt Patrick Schaller, Product Director für Wasserstoffanwendungen und -komponenten, wie der De-Hydrator die Dampfbildung an Brennstoffzellenfahrzeugen reduziert und wie der Hydrogen Recirculation Blower (HRB) durch Rezirkulation von Wasserstoff die Effizienz steigert. Beide Technologien haben bereits erste Praxistests bestanden. Ende Oktober präsentiert Purem by Eberspächer beide Lösungen live auf der Hydrogen Technology World Expo in Hamburg.

mehr lesen
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen

Das Anlagenbauunternehmen Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA errichtet nach eigenen Angaben erstmals ein Montagezentrum für Elektrolysezellen in Europa. Der sogenannte „Assembly Hub“ liegt im portugiesischen Vila Nova de Gaia und soll 2028 den Betrieb aufnehmen. Beliefert werden sollen vor allem europäische Elektrolyseprojekte, darunter das Vorhaben „Onuba“.

mehr lesen
BMW-Werk in Leipzig erhält Anschluss an Wasserstoff-Kernnetz
BMW-Werk in Leipzig erhält Anschluss an Wasserstoff-Kernnetz

Das BMW Group Werk Leipzig soll ab dem ersten Halbjahr 2028 direkt über eine Pipeline mit Wasserstoff versorgt werden. Dafür hat Ende September der symbolische Baustart einer rund zwei Kilometer langen Leitung stattgefunden. Die Pipeline soll an das nationale Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden. Nach Angaben der BMW AG ist das Werk in Leipzig das erste Automobilwerk weltweit, das direkt per Pipeline mit Wasserstoff versorgt wird.

mehr lesen

H2 Talk

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt

Datenschutz
h2-news.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
h2-news.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: