Das Wasserstoff-Kernnetz zählt zu den größten Infrastrukturprojekten der deutschen Energiewende. Mit dem Umstieg von Erdgas auf Wasserstoff steigen die Anforderungen an die Materialien, die im Leitungsnetz verbaut werden, deutlich. Das kleinste aller Moleküle kann in metallische Werkstoffe eindringen und so zur Wasserstoffversprödung führen. Hinzu kommen Druckwechsel und Temperaturzyklen, die die Materialien zusätzlich belasten.
Standard-Schrauben sind für diese Bedingungen nicht ausgelegt. Folgen ungeeigneter Verbindungstechnik reichen von Leckagen bis zu Systemausfällen – in kritischer Infrastruktur ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Lösungen aus der Petrochemie
Die Schuster GmbH aus Rheinland-Pfalz produziert Sonderschrauben wie Dehnschrauben und Verbindungselemente aus kaltzähen und warmfesten Sonderwerkstoffen. Das Unternehmen beliefert seit über 50 Jahren die chemische und petrochemische Industrie sowie den Anlagen- und Turbinenbau. Dort werden die Sonderwerkstoffe laut des Herstellers seit Jahren erfolgreich eingesetzt und diese werden auch den extremen Anforderungen von Wasserstoff-Anwendungen standhalten.
Die Verbindungselemente werden nach DIN, EN, ISO, ASTM und ASME gefertigt und entsprechend der Druckgeräterichtlinie zertifiziert. Diese Normen gelten auch für Wasserstoff-Infrastrukturen.
Tim Wenzelmann, Leiter der technischen Entwicklung und Qualität bei Schuster, erklärte: „Die Umstellung auf Wasserstoff erfordert ein Weiterdenken bei der Verbindungstechnik.“
Frühe Einbindung von Spezialisten empfohlen
Schuster empfiehlt Betreibern und Planern, Experten für Spezialverbindungen bereits in der frühen Projektphase einzubeziehen. Je früher die Materialauswahl erfolgt, desto geringer das Risiko kostspieliger Nachrüstungen.
Neben dem Hauptsitz in Brachbach betreibt das Unternehmen mit der Schuster Manufaktur einen zweiten Standort in Siegen. Dort sind Sonderanfertigungen und ein eigenes Prüflabor angesiedelt, das mit dem Bereich Forschung und Entwicklung zusammenarbeitet.










