Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Stadtwerke München beteiligen sich am H2-Hub Neumünster

Die Stadtwerke München (SWM) beteiligt sich am Wasserstoff-Hub Neumünster. Der kommunale Energieversorger und die Schweizer Infener AG haben dazu einen Letter of Intent unterzeichnet, wie beide Partner am 21. April bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bekanntgaben. Die SWM bringen dabei nicht nur Kapital ein, sondern auch ihre Expertise in der kommunalen Energieversorgung. Der H₂-Hub soll Überschussstrom aus erneuerbaren Energien in grünen Wasserstoff umwandeln und als Modell für dezentrale Wasserstoffproduktion in Deutschland dienen.

von | 28.04.26

v.l.n.r.: Oberbürgermeister Tobias Bergmann, Dr. Gregor Neunzert, Leiter der Gasbeteiligungen der Stadtwerke München, Joel Vogl, CEO und Gründer von Infener und Christian Lorenz, Teamleiter Netzcenter Neumünster bei SH Netz.
© Infener
Stadtwerke München beteiligen sich am H2-Hub Neumünster

Dr. Gregor Neunzert, Leiter der Gasbeteiligungen der SWM, erklärte: Die Stadtwerke seien bislang vor allem im Wasserstofftransport aktiv. Beteiligungen an der Erzeugung würden derzeit geprüft. Das Projekt in Neumünster sei aufgrund seiner geografischen Lage und der angestrebten Partnerschaften mit regionalen Energieversorgern für diesen Einstieg geeignet.

Ein zentraler Meilenstein für den Wasserstoff-Hub ist die Anbindung an das Hochspannungsnetz. TenneT errichtet dafür das Umspannwerk, an das der Hub angeschlossen werden soll. Der Übertragungsnetzbetreiber arbeitet eng mit Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) zusammen. Der Netzbetreiber aus Schleswig-Holstein soll die Leitungsinfrastruktur realisieren.

Der Hub setzt auf Elektrolyse, um Überschussstrom aus erneuerbaren Energien vor Ort in Wasserstoff umzuwandeln. Das Konzept adressiert ein strukturelles Problem in Schleswig-Holstein: Das Bundesland produziert mehr Strom aus Wind und Solar, als das Netz aufnehmen kann.

Abregelung kostet Millionen Euro

Allein im Jahr 2024 wurden rund 812 GWh Strom aus erneuerbaren Energien abgeregelt. Die Kosten der damit verbundenen Redispatch-Maßnahmen beliefen sich auf 78,4 Millionen Euro. Dezentrale Elektrolyseure wie der H2-Hub Neumünster können diesen Überschussstrom direkt nutzen, bevor Redispatch-Eingriffe notwendig werden. Das entlastet die Netze von TenneT und SH Netz und verwandelt ungenutzte Energie in grünen Wasserstoff für die regionale Industrie und Mobilität.

Infener-CEO Joel Vogl sieht in dem Projekt ein Modell für weitere Standorte in Deutschland: Die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft liege nicht nur in Großprojekten an der Küste, sondern in dezentralen Hubs, die dort produzierten, wo Wasserstoff gebraucht werde. Mit dem Know-how der Stadtwerke will Infener dieses Konzept deutschlandweit replizieren.

Neumünster als Referenzprojekt für dezentrale Wasserstoffproduktion

Neben Neumünster plant das Schweizer Unternehmen weitere Wasserstoff-Hubs unter anderem in Gengenbach und Villingen-Schwenningen.

Neumünsters Oberbürgermeister Tobias Bergmann betonte die Bedeutung der Vereinbarung für den Standort. Ziel sei es, die Voraussetzungen für innovative Energieprojekte vor Ort zu schaffen. Neumünster biete dafür mit seiner Lage und bestehenden Infrastruktur eine geeignete Ausgangsbasis.

Über die konkreten Kapazitäten des H2-Hubs sowie den geplanten Zeitrahmen für Baubeginn und Inbetriebnahme haben die Partner noch keine Angaben gemacht.

 

(Quelle: Infener/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“
„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“

Hamburg gilt als eine der vielversprechendsten Wasserstoff-Modellregionen Deutschlands, denn die Stadt vereint auf engem Raum die gesamte H₂-Wertschöpfungskette. Dabei entsteht keine Insellösung, sondern eine offene Infrastruktur, in die zunächst der Hamburger Green Hydrogen Hub und später potenziell auch über Terminals und das Kernnetz Wasserstoff einspeisen und so ein breites Ökosystem an Abnehmern versorgen kann. Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg, erklärt im exklusiven Interview mit H2News, wie sein Netzwerk den Wasserstoffhochlauf in der Metropolregion aktiv mitgestaltet und warum der Rückgang des Hypes kein Rückschlag ist.

mehr lesen
EU fördert H2-Infrastruktur: 600 Millionen Euro für grenzüberschreitende Energieprojekte
EU fördert H2-Infrastruktur: 600 Millionen Euro für grenzüberschreitende Energieprojekte

Die Europäische Kommission hat am 30. April einen neuen Förderaufruf für grenzüberschreitende Energieinfrastrukturprojekte gestartet. Über das Programm CEF (Connecting Europe Facility) stehen insgesamt 600 Millionen Euro für Studien und Bauarbeiten zur Verfügung. Der Aufruf richtet sich an Vorhaben der aktualisierten Liste der Projekte von gemeinsamem Interesse (PCI) und der Projekte von gegenseitigem Interesse (PMI). Diese umfasst unter anderem 100 Wasserstoffprojekte.

mehr lesen
350 Millionen Euro Bundesmittel treiben Deutschlands größte eSAF-Anlage in Schwedt an
350 Millionen Euro Bundesmittel treiben Deutschlands größte eSAF-Anlage in Schwedt an

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben den Förderbescheid für das Projekt „Brandenburg eSAF“ übergeben. Dabei soll in Schwedt die größte deutsche Produktionsanlage für elektrische nachhaltige Flugkraftstoffe (eSAF) entstehen. Die Anlage soll ab 2030 jährlich mehr als 30.000 Tonnen eSAF produzieren. Die Menge entspricht rund einem Viertel der deutschen eSAF-Beimischungspflichten. Bund und Land Brandenburg fördern das Projekt mit 350 Millionen Euro. 

mehr lesen

H2 Talk

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt