Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Stahlkonzern erhält erste LESS-Zertifizierungen für CO2-reduzierten Stahl

Der Salzgitter-Konzern hat als einer der ersten deutschen Stahlproduzenten die Klassifizierungen nach dem branchenweiten Low Emission Steel Standard (LESS) erhalten. Vier Konzerngesellschaften wurden zertifiziert. Damit kann der Konzern nun seine Produkte offiziell als CO₂-reduziert vermarkten. Ab 2027 will das Unternehmen am Standort Salzgitter auf wasserstoffbasierte Direktreduktion setzen.

von | 23.09.25

Ab 2027 will das Unternehmen wasserstoffbasierten Stahl produzieren
© Salzgitter
Stahlkonzern erhält erste LESS-Zertifizierungen für CO2-reduzierten Stahl

Der TÜV Nord validierte die Produktionsrouten der vier Salzgitter-Konzerngesellschaften: Salzgitter Flachstahl GmbH, Peiner Träger GmbH, Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH und Ilsenburger Grobblech GmbH. Anschließend verifizierte der LESS-Verein diese und vergab das Low Emission Steel Standard Zertifikat.

Der LESS-Standard wurde im Frühjahr 2024 vorgestellt. Die LESS AISBL mit Sitz in Brüssel verwaltet das Zertifizierungssystem. Das LESS-System klassifiziert Stahlproduktion in sechs Kategorien von „E“ bis „Near Zero“. Die Einstufung erfolgt nach Schrottanteil und CO₂-Emissionen. Jedem Endprodukt wird ein CO₂-Fußabdruck zugeordnet.

Die Salcos-Produkte des Konzerns erfüllen laut Überprüfung mindestens die Klassifizierung C. Einige Produkte erreichen sogar die Bewertungs-Kategorien A und B. Marcus Lippe von der Peiner Träger GmbH bestätigt: Das Unternehmen liefert bereits Salcos Structural Steel-Produkte der Klassifizierung A.

Die aktuellen Salcos-Produkte basieren laut Angaben des Stahlkonzerns auf schrottbasiertem Rohstahl aus Peiner Produktion. Dieser Ansatz ermöglicht bereits heute niedrige CO₂-Emissionen durch das Recycling von Stahlschrott.

Wasserstoff-Direktreduktion startet 2027

Ab dem ersten Halbjahr 2027 will Salzgitter am Hauptstandort CO₂-reduzierten Rohstahl durch Direktreduktion produzieren. Das Verfahren verarbeitet Eisenerze mit wasserstoffhaltigen Gasen. Ein Elektrolichtbogenofen ergänzt den Prozess.

Diese Technologie ersetzt den traditionellen Hochofen und reduziert die CO₂-Emissionen erheblich. Wasserstoff fungiert als Reduktionsmittel anstelle von Koks, wodurch Wasserdampf statt CO₂ entsteht.

Vorstandsvorsitzender Gunnar Groebler fordert politische Unterstützung für grüne Leitmärkte. Diese sollen CO₂-reduzierte Grundstoffe in die Wertschöpfungsketten bringen. Die Stahlindustrie habe ihre technischen Voraussetzungen geschaffen.

 

(Quelle: Salzgitter/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

EU genehmigt deutsches Förderprogramm für Cleantech-Produktion
EU genehmigt deutsches Förderprogramm für Cleantech-Produktion

Die Europäische Kommission hat ein deutsches Förderprogramm genehmigt. Das Beihilfeprogramm der Bundesregierung verfügt über ein Volumen von drei Milliarden Euro. Die Bundesregierung kann damit bis Ende 2030 strategische Investitionen in die Produktion von Cleantech-Technologien unterstützen – auch Wasserstoff-Technologien sind förderfähig. Die Genehmigung erfolgte im Rahmen des Clean Industrial Deal State Aid Framework (CISAF), das die Kommission am 25. Juni 2025 verabschiedet hatte.

mehr lesen

H2 Talk

„Wasserstoff ist im Grunde Erdgas ohne Kohlenstoff und entsprechend vielseitig einsetzbar“
„NRW bringt beste Voraussetzungen als Wasserstoff-Knotenpunkt mit“
„Für die klimaneutrale Klinkermanufaktur kommt nur Wasserstoff in Frage”

Publikationen