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Studie: Ostseeraum bietet hohes Wasserstoffpotenzial

Auch der Ostseeraum birgt ein erhebliches Potenzial zur günstigen Produktion von grünem Wasserstoff. Damit könnte das Gebiet einen wichtigen Beitrag zur Energieunabhängigkeit Europas leisten. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Netzbetreiber Gascade in Auftrag gegebene Studie „Potential for a Baltic Hydrogen Offshore Backbone".

von | 16.05.24

Überschussberechnung für den Baltischen Raum: Ermittlung des Stroms (in TWhel), der für die Produktion von H2 für den Export im jeweiligen Land zur Verfügung stehen würde
© Gascade/DNV
Ostseeraum

16. Mai 2024 | Auch der Ostseeraum birgt ein erhebliches Potenzial zur günstigen Produktion von grünem Wasserstoff. Damit könnte das Gebiet einen wichtigen Beitrag zur Energieunabhängigkeit Europas leisten. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Netzbetreiber Gascade in Auftrag gegebene Studie „Potential for a Baltic Hydrogen Offshore Backbone“.

Nach aktuellen Schätzungen der EU beläuft sich der Bedarf an grünem Wasserstoff im Jahr 2050 auf bis zu 2.000 Terawattstunden (TWh). Ein Teil davon könnte aus Onshore-Windparks im Ostseeraum kommen, wie die von der norwegischen Klassifikationsgesellschaft DNV herausgegebene Studie zeigt.

Eine erste DNV-Studie vom März 2023 hatte in der Nordsee ein hohes Potenzial für die Offshore-Produktion von Wasserstoff ermittelt, insbesondere in Gebieten mit mehr als 100 km Küstenentfernung. Im Ostseeraum sei es hingegen günstiger, in den Anrainerstaaten Onshore-Wasserstoffproduktion zu betreibem.

Insbesondere Finnland könnte dabei zu einem wichtigen Wasserstofflieferanten werden: Das Exportpotenzial liege bei jährlich 70 TWh Wasserstoff im Jahr 2050, was rund 2,1 Mio. Tonnen Wasserstoff entspricht.

„Günstiges Potential direkt vor unserer Haustür“

Durch seinen hohen Anteil an erneuerbarem Strom im Stromnetz nach RED III-Kriterien könnten in Finnland laut Studie Produktionskosten von etwa 2,5 €/kg H2 erreicht werden. In Kombination mit einem günstigen Pipelinetransport durch die Ostsee würden diese zu  Systemkosten von rund 3 € pro Kilo grünen Wasserstoffs führen.

Ostseeraum

Kombinierte Wasserstoffinfrastruktur im Ostseeraum (Quelle: Gascade)

Dies entspräche laut Gascade nur rund der Hälfte der Kosten, die Experten für Wasserstoffderivate wie Ammoniak erwarten. Sofern dieser per Schiff nach Deutschland gelangt, gehen Schätzungen hier von ca. 6 €/kg H2 aus. Ein geringeres Produktions- und Exportpotenzial bestehe laut der Studie in Schweden.

Der Ostseeraum biete sich indes nicht nur unter geopolitischen Gesichtspunkten als stabile Quelle an: „Wenn wir um ein so großes und vergleichsweise günstiges Potenzial direkt vor unserer Haustür wissen, wäre es sträflich, dieses nicht zu heben“, so Gascade-Geschäftsführer Ulrich Benterbusch.

Pipelines nach Deutschland „vergleichsweise günstig“

Der Transport des Ostsee-Wasserstoffs via Offshore-Pipeline nach Deutschland sei zudem vergleichsweise günstig. Mit Blick auf die erwarteten Mengen empfiehlt die Studie eine Kombination aus Offshore- und Onshore-Pipeline, um die Anbindung zu diversifizieren.

Eine Offshore-Pipeline mit Start in Finnland könnte dann nicht nur den dort gewonnenen Wasserstoffs transportieren. Theoretisch ließe sich auch Wasserstoff einsammeln, der entlang der Route produziert wird, etwa auf den Åland-Inseln, von Gotland und von Bornholm. Die Onshore-Route verläuft über die baltischen Staaten und Polen.

Der Aufbau einer solchen kombinierten Transportinfrastruktur erfordere Investitionskosten von ca. 12 Mrd. €. Mengen aus diesem Importkorridor könnten in Deutschland anschließend über das Wasserstoffprojekt Flow – making hydrogen happen weitertransportiert werden, an dem Gascade maßgeblich beteiligt ist.

PDF der Studie
(Quelle: Gascade/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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