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Studie zeigt Machbarkeit von H2-Pipeline zwischen Deutschland und Großbritannien

Eine neue Machbarkeitsstudie von Arup, dena und adelphi untersucht, wie der Wasserstoffhandel zwischen Großbritannien und Deutschland funktionieren könnte. Die im Auftrag von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Department for Energy Security and Net Zero veröffentlichte Studie zeigt: Der Bau einer Unterwasser-Pipeline für den direkten Transport ist technisch machbar – allerdings müssen dafür einige regulatorische Hürden bewältigt werden.

von | 16.05.25

Die Solitaire, einer der größten Rohrleger für Offshore-Pipelines der Welt
© PR Allseas, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons
H2-Pipeline

Die im April 2025 veröffentlichte Studie des britischen Arup Institutes, der Deutschen Energie-Agentur (dena) und dem Beratungsbüro Adelphi konstatiert ein erhebliches Potenzial für einen Pipeline-basierten Wasserstoffhandel zwischen Deutschland und Großbritannien. Das vereinigte Königreich tritt dabei in der Regel als Exporteur auf, während Deutschland den dort vor allem mittels Offshore-Windenergie produzierten Wasserstoff importiert,

Die im Rahmen der „UK-Germany Hydrogen Partnership“ erstellte Untersuchung wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sowie dem britischen Department for Energy Security and Net Zero (DESNZ) beauftragt. Die Ergebnisse sollen als Planungsgrundlage für den Bau einer Wasserstoffinfrastruktur („Interkonnektor“) durch Ärmelkanal bzw. Nordsee dienen.

Die vollständige Studie enthält detaillierte Empfehlungen für beide Regierungen. Sie ist hier kostenfrei abrufbar.

Vier Routenoptionen

Die Studie untersucht verschiedene technische Optionen. Dabei identifiziert sie vier mögliche Routen:

  1. eine Verbindung zum geplanten AquaDuctus-System
  2. eine direkte Pipeline von Großbritannien zur deutschen Küste sowie
  3. Verbindungen über die Niederlande
  4. oder Belgien.

Bestehende Gasverbindungen in der Nordsee könnten mittelfristig aufgrund laufender Lieferverträge nicht für Wasserstoff umgerüstet werden.

„Mit der zunehmenden Entwicklung der jeweiligen Wasserstoffmärkte eröffnet sich eine bedeutende Chance für den Aufbau eines Pipeline-basierten Wasserstoffhandels zwischen unseren beiden Ländern“, heißt es in dem Bericht.

H2-Pipeline stellt Herausforderungen auf regulatorischer Seite

Die Studie zeigt, dass beide Länder ihre Regelwerke harmonisieren müssen – denn diese wurden ursprünglich für Erdgas und nicht für Wasserstoff entwickelt. Ein Kernproblem sind die unterschiedlichen Definitionen für umweltfreundlichen Wasserstoff: Großbritannien spricht von „Low-Carbon Hydrogen“ mit einem CO₂-Grenzwert von 20g/MJ, während Deutschland als EU-Mitglied zwischen „erneuerbarem“ und „CO₂-armem“ Wasserstoff unterscheidet. Auch die Zertifizierungssysteme, technischen Normen wie Betriebsdrücke sowie Genehmigungs- und Sicherheitsvorschriften für die Offshore-Pipeline folgen unterschiedlichen nationalen Regelungen.

Die Studie empfiehlt daher, dass beide Regierungen gemeinsam einen klaren Fahrplan entwickeln, der festlegt, welche Gesetze und Verordnungen angepasst werden müssen und wie die Zuständigkeiten für die verschiedenen Abschnitte der Pipeline verteilt werden. Ohne diese regulatorische Harmonisierung wäre der grenzüberschreitende Wasserstoffhandel kaum möglich.

Das Projekt hängt darüber hinaus maßgeblich vom Ausbau der nationalen Wasserstoffnetze in Deutschland und Großbritannien ab. Deutschland plant bis 2032 ein 9.040 km langes Wasserstoff-Kernnetz, das zu 60 Prozent aus umgerüsteten Erdgasleitungen bestehen soll. In Großbritannien entwickelt der nationale Netzbetreiber (National Energy System Operator, NESO) bis 2026 einen strategischen Energieplan, der auch die Wasserstoffinfrastruktur umfasst.

Weiterentwicklung der 2023 gegründeten Wasserstoff-Partnerschaft

Die Machbarkeitsstudie baut auf der im September 2023 unterzeichneten britisch-deutschen Wasserstoff-Partnerschaft auf. Damals unterzeichneten der britische Energieminister Lord Callanan und der deutsche Staatssekretär Philip Nimmermann in Berlin eine Absichtserklärung zur Kooperation beim Markthochlauf von Wasserstoff.

Diese Partnerschaft umfasst fünf zentrale Säulen: Beschleunigung von Wasserstoffprojekten, Aufbau einer internationalen Führungsrolle auf den Wasserstoffmärkten, Förderung von Forschung und Innovation, Unterstützung des Handels mit Wasserstoff sowie gemeinsame Marktanalysen.

Die neue Studie konkretisiert nun die Möglichkeiten für den Wasserstofftransport zwischen beiden Ländern. Großbritannien strebt bis 2030 eine kohlenstoffarme Wasserstoff-Produktionskapazität von bis zu 10 GW an, wobei mindestens die Hälfte aus grünem Wasserstoff bestehen soll. Die Bundesrepublik plant im selben Zeitraum den Aufbau von mindestens 10 GW Elektrolysekapazität, wird aber dennoch auf erhebliche Importmengen angewiesen sein.

(Quelle: Arup/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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