Im gH2-Segment stieg der Auftragseingang im Neunmonatszeitraum auf 184 Millionen Euro; nach 23 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Den größten Einzelauftrag lieferte das 300-MW-Projekt des spanischen Erdölunternehmens Moeve. Das Vorhaben zielt auf den Bau der nach eigenen Angaben größten grünen Wasserstoffproduktionsanlagen Südeuropas ab. Der Auftrag umfasst auch ein Langzeit-Servicepaket, inklusive dem Einsatz von Digital Twins sowie realistischen Betriebssimulationen.
Beim Umsatz zeigt sich im gH2-Segment hingegen ein Rückgang: Im Neunmonatszeitraum sank er auf 80 Millionen Euro; nach 377 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ursache dafür ist laut Unternehmen, dass der Großteil der Umsätze aus großen Referenzprojekten bereits verbucht ist. Eines dieser Projekte ist NEOM ist Saudi-Arabien. 2021 wurde Thyssenkrupp Nucera mit der Installation einer Elektrolyseanlage für das Vorhaben beauftragt. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) lag im Neunmonatszeitraum 2025/2026 bei -107 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum betrug es -39 Millionen Euro.
Im Juli weitete Thyssenkrupp Nucera den Zugang zum indischen Wasserstoffmarkt durch eine strategische Partnerschaft mit dem staatlichen Unternehmen Bharat Heavy Electricals Ltd aus. Beide Unternehmen wollen auch bei der schrittweisen Verlagerung der Fertigung von Elektrolyseur-Modulen nach Indien zusammenarbeiten.
SOEC-Serienfertigung wird nicht weiterverfolgt
Nach strategischer Bewertung hat Thyssenkrupp Nucera entschieden, den Aufbau einer eigenen Serienfertigung für Festoxid-Elektrolysezellen (Solid Oxide Electrolysis Cell, SOEC) nicht weiterzuverfolgen. Der verzögerte Hochlauf, insbesondere bei der HTE, sowie unsichere Investitionsbedingungen hätten die wirtschaftlichen Perspektiven für eine Kommerzialisierung im ursprünglich geplanten Umfang verändert.
Im Zusammenhang mit dieser Entscheidung entstünden negative Einmaleffekte im EBIT von rund 30 Millionen Euro, etwa aus Wertberichtigungen der Pilotanlage und aktivierter Entwicklungsleistungen. Wie der Standort Arnstadt künftig anstelle der Serienfertigung genutzt werden kann, prüfe das Unternehmen derzeit.
Thyssenkrupp Nucera will sich künftig auf das Segment Chlor-Alkali (CA), die alkalische Wasserelektrolyse (AWE) sowie die Hochdruck-Wasserelektrolyse konzentrieren.
Auftragseingang im CA-Segment wächst
Im CA-Segment legte der Auftragseingang in den ersten neun Monaten 2025/2026 um 32 Prozent auf 288 Millionen Euro zu. Der Umsatz belief sich in diesem Zeitraum auf 273 Millionen Euro. Im Vergleich: 2024/2025 lag dieser bei 286 Millionen Euro. Während das EBIT in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2024/2025 rund 43 Millionen Euro betrug, lag es im Vergleichszeitraum 2025/2026 bei 38 Millionen Euro.
Umsatz bleibt unter Vorjahreswert
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 stieg der Auftragseingang auf Konzernebene im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 81 Millionen Euro. Beim Umsatz blieb das Unternehmen mit 354 Millionen Euro im gesamten Neunmonatszeitraum unter dem Vorjahreswert von 663 Millionen Euro.
Das EBIT verringerte sich in den neun Monaten auf -69 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Gründe dafür sind laut Unternehmen einmalige Sonderkosten im Zusammenhang mit Neubauprojekten sowie einer Vertragsauflösung eines Projektes in den USA im gH2-Segment.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen in den ersten neun Monaten bei insgesamt 29 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 19 Prozent im Vergleich zum Zeitraum 2024/2025. Das Finanzergebnis betrug in den ersten neun Monaten 2025/2026 rund 8 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2024/2025 belief es sich auf 13 Millionen Euro.








