Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Thyssenkrupp Steel vergibt Auftrag für DRI-Versuchsanlage

Der Dürener Anlagenbauer TS Elino GmbH hat den Auftrag zum Bau einer DRI-Versuchsanlage am thyssenkrupp Steel-Standort Duisburg erhalten. Das Auftragsvolumen betrage rund 10 Mio. Euro. Zweck der Anlage sei es, einzelne Betriebspunkte der wasserstoffbasierten Roheisenproduktion zu optimieren. Ende 2026 will der Stahlhersteller eine größere DRI-Anlage der SMS group in Betrieb nehmen, um mit Hilfe von grünem Wasserstoff jährlich bis zu 2,5 Mio. t direktreduziertes Eisen (DRI) zu produzieren.

von | 07.03.24

Auftragsvergabe einer DRI-Versuchsanlage mit den Konsortialpartnern thyssenkrupp Steel, TS Elino und dem VDEh-BFI
© Thyssenkrupp Steel Europe AG
wasserstoffbasierte Stahlproduktion

7. März 2024 | Der Dürener Anlagenbauer TS Elino GmbH hat den Auftrag zum Bau einer DRI-Versuchsanlage am Thyssenkrupp Steel-Standort Duisburg erhalten. Das Auftragsvolumen betrage rund 10 Mio. Euro. Zweck der Anlage sei es, einzelne Betriebspunkte der wasserstoffbasierten Roheisenproduktion zu optimieren. Ende 2026 will der Stahlhersteller eine größere DRI-Anlage der SMS Group in Betrieb nehmen, um mit Hilfe von grünem Wasserstoff jährlich bis zu 2,5 Mio. t direktreduziertes Eisen (DRI) zu produzieren.

Mit der DRI-Versuchsanlage wollen die Projektbeteiligten weitere Erkenntnisse zur wasserstoffbasierten Roheisenproduktion gewinnen, so der Stahlproduzent am Donnerstag (7. März). So soll etwa die Einbindung der Versuchsanlage in den Prozessverbund eines Hüttenwerks simuliert werden. Damit leiste die Versuchsanlage einen wichtigen Beitrag zur industriellen Umsetzung der wasserstoffbasierten Direktreduktion.

Erste Versuchskampagnen seien für Anfang 2026 geplant. Neben genaueren Daten zur CO2-Ersparnis, Produktqualität und Anlagenperformance erhofft sich Thyssenkrupp auch Erkenntnisse zu Anlagenhandling und -sicherheit.

Begleitet werden die Versuche durch Simulationen und Sonderuntersuchungen an Reduktionsanlagen im Technikum des VDEh-Betriebsforschungsinstituts (BFI) in Düsseldorf. Dadurch sei eine Forschung in verschiedenen Maßstäben (Technikumsanlage, Direktreduktions-Versuchsanlage, industrielle Anlage) möglich.

Untersuchung verschiedener DRI-Verfahren

Die geplante Anlage soll eine Höhe von etwa 40 m haben. Um verschiedene DRI-Verfahren abbilden zu können, sei „höchste Flexibilität für die Forschung“ geboten. Die Versuchsanlage soll eine Kapazität von 100 kg/h direktreduziertem Eisen haben und an die Infrastruktur des nahegelegenen Carbon2Chem-Technikums angebunden werden.

Die DRI-Anlage ermögliche den Einsatz unterschiedlicher Reduktionsgase. So könne man neben Wasserstoff auch Erdgas und Mischgase, die bei der Stahlherstellung anfallen, verwenden. Außerdem sei die Versuchsanlage nicht an ein bestimmtes Verfahren zur Direktreduktion gebunden. Dadurch bestehe die Möglichkeit, die Anlage mit verschiedenen Einsatzmaterialien wie Pellets, Stückerz und Kreislaufstoffen zu betreiben.

Die Versuchsanlage ist Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten „Reallabore der Energiewende“-Projekts H2Stahl. Den Auftrag für eine größere DRI-Anlage hatte der Stahlproduzent vor rund einem Jahr an die SMS Group vergeben. Sie soll Ende 2026 in den Regelbetrieb gehen und dann 2,5 Mio. t direktreduziertes Eisen pro Jahr erzeugen. Mitte Februar hatte Thyssenkrupp die Zulassung zum vorzeitigen Baubeginn erhalten, kurz darauf schloss der Konzern ein Power Purchase Agreement mit RWE zur Stromversorgung der Anlage ab.

 

(Quelle: Thyssenkrupp Steel Europe AG/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Wir sehen eine klare Entwicklung hin zu modularen, skalierbaren Wasserstoffsystemen“
„Wir sehen eine klare Entwicklung hin zu modularen, skalierbaren Wasserstoffsystemen“

Wie lässt sich Wasserstoff effizient, sicher und skalierbar einsetzen? Pressure Control Solutions (PCS) setzt genau hier an – mit hochpräzisen Technologien für die Druckregelung in anspruchsvollen Anwendungen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Im Interview spricht Sales Manager DACH Matthias Bogar über technische Herausforderungen, den Schutz von Membranen und die wachsende Bedeutung modularer Systeme.

mehr lesen
Wasserstoff verdrängt Hochofen: Planungsauftrag für Duisburger DRI-Anlage vergeben
Wasserstoff verdrängt Hochofen: Planungsauftrag für Duisburger DRI-Anlage vergeben

Im Duisburger Stahlwerk weichen die Hochöfen einer wasserstoffbasierten Direktreduktions-(DRI)-Anlage. Das Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE hat nun bekannt gegeben, dass es die Planungsleistungen übernimmt. Für den Bau ist die Mönchengladbacher SMS Group verantwortlich. Die DRI-Anlage soll über eine Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen CO₂-armem Roheisen verfügen und so bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Das entspricht rund einem Fünftel der Emissionen der gesamten deutschen Stahlindustrie. 

mehr lesen

H2 Talk

„Wir sehen eine klare Entwicklung hin zu modularen, skalierbaren Wasserstoffsystemen“
Dirk Flandrich, Gascade: „Wasserstoff braucht verlässliche Rahmenbedingungen und mutige Erstnutzer“ Wasserstoff-Kernnetz
„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)

Publikationen