Thyssenkrupp Uhde übernimmt die Pre-FEED-Phase für die beiden Projekte PeGA (Pecém-Projekt) und AçuGA (Açu-Projekt) in den brasilianischen Hafenstädten Pecém und Açu. Die Aufträge dafür hatte Fuella vergeben. Beide Anlagen sollen jeweils 400.000 Tonnen grünes Ammoniak pro Jahr produzieren.
In der Pre-FEED-Phase gehe es laut Unternehmen um die Verbesserung des technischen Konzepts, die Weiterentwicklung von Engineering-Schritten sowie die Ausarbeitung des Business Case für die Anlagen.
Technologie und Integrationsengineering aus einer Hand
Grundlage für die Pre-FEEDs sei die Ammoniaksynthesetechnologie von Thyssenkrupp Uhde. Die Technologie wurde für die Anforderungen einer dynamischen, mit erneuerbaren Energien betriebenen Ammoniakproduktion entwickelt.
Darüber hinaus übernehme der Technologiekonzern das Integrationsengineering für die gesamte Anlage. Dazu gehörten auch die Elektrolysesysteme, die Infrastruktur für die Ammoniakverladung und die Balance-of-Plant-Anlagen. Mit „Balance of Plant“ werden jene ergänzenden Komponenten bezeichnet, die für die Erzeugung der Energie notwendig sind; abgesehen von den Erzeugungsanlagen.
Pre-FEEDs sollen Grundlage für weitere Etappen schaffen
Die Anlage des Projekts AçuGA ist auf eine Leistung von bis zu 520 MW auf Basis von Wasserelektrolyse ausgelegt. Ziel ist es, Açu damit als neue Exportregion für grünes Ammoniak von Brasilien nach Europa zu etablieren.
Auch bei dem Projekt PeGa steht der Export, insbesondere in den europäischen Markt, im Mittelpunkt. Zunächst sollen Elektrolyseure mit 500 MW installiert werden. In einer zweiten Phase soll die Kapazität um weitere 1,5 GW erweitert werden. Dadurch könnten dann jährlich 1,6 Millionen Tonnen Ammoniak produziert werden.
Für Fuella sind PeGA und AçuGA die ersten beiden Projekte in Brasilien. Die Pre-FEEDs sollen die Grundlage bilden, um weitere kommerzielle Etappen zu erreichen und Umsetzungskonzepte für Produktionszentren für grünes Ammoniak zu entwickeln.
Wasserstoff als Schlüssel zur Ammoniakproduktion
Bei der Produktion von grünem Ammoniak kommt erneuerbarer Strom zum Einsatz, um per Elektrolyse Wasserstoff aus Wasser zu gewinnen. Dieser grüne Wasserstoff wird anschließend mit Stickstoff aus der Luft zu Ammoniak verbunden. Ein alternativer Ansatz ist die elektrochemische Ammoniaksynthese: Dabei reagiert der durch Elektrolyse erzeugte Wasserstoff in Gegenwart von Katalysatoren und Membranen direkt mit Stickstoff zu Ammoniak.










