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TU Freiberg verarbeitet E-Methanol aus Dänemark zu synthetischem Benzin

Die TU Bergakademie Freiberg und CAC Engineering haben erstmals E-Methanol aus der dänischen Großanlage in Kassø zu regenerativem Benzin umgewandelt. Die Demonstration zeigt: Die gesamte Prozesskette vom strombasierten Kohlenstoffträger bis zum E-Fuel funktioniert im industriellen Maßstab. Die Anlage in Kassø ist ein Joint Venture von European Energy A/S und Mitsui & Co., Ltd. und gilt als weltweit erste großtechnische Produktionsstätte für E-Methanol.

von | 13.02.26

Das Projektteam vor der E-Methanol-Produktionsanlage in Kassø, Dänemark
© CAC ENGINEERING GMBH
TU Freiberg verarbeitet E-Methanol aus Dänemark zu synthetischem Benzin

Das E-Methanol entsteht aus biogenem CO₂ und grünem Wasserstoff. Die 2025 in Betrieb genommene Anlage beliefert verschiedene Abnehmer aus Industrie und Mobilität. Die TU Bergakademie Freiberg hat nun erstmals E-Methanol aus der dänischen Produktionsstätte Kassø zu rund 23.000 Litern synthetischem Benzin verarbeitet. Der Einsatz beweist: E-Methanol aus großtechnischen Anlagen lässt sich direkt für die nachgelagerte E-Fuel-Produktion nutzen.

Die Verarbeitung des dänischen E-Methanols erfolgt im Rahmen des Verbundprojekts DeCarTrans (Demonstrating a Circular Carbon Economy in Transport along the Value Chain). Das Bundesministerium für Verkehr fördert das Projekt mit 12,78 Millionen Euro. Die Demonstration zeigt: Mit einer geschlossenen Kohlenstoffkreislaufführung sind CO₂-Einsparungen von bis zu 90 Prozent gegenüber fossilem Benzin möglich.

„Der erstmalige Einsatz von E-Methanol in unserer Großversuchsanlage ist ein Meilenstein in Vorbereitung einer ersten Industrieanlage“, sagt Martin Gräbner, Professor für Energieverfahrenstechnik an der TU Bergakademie Freiberg. Die Anlage arbeite durch das dänische E-Methanol produktiver.

METHAFUEL-Prozess basiert auf industriell verfügbarem Kohlenstoffträger

Dr. Mario Kuschel, Leiter Forschung und Entwicklung bei CAC Engineering, betont die Bedeutung für kommende Projekte: „Unsere Kooperation mit Kassø zeigt, dass unser METHAFUEL-Prozess nun vollständig auf einem industriell verfügbaren, strombasierten Kohlenstoffträger basiert.“

Dies sei eine wichtige Grundlage für German eFuel One. Das Unternehmen plant derzeit in Niedersachsen die erste industrielle Produktionsanlage für synthetisches Benzin.

In der sechsten DeCarTrans-Versuchskampagne von November bis Dezember 2025 kam erstmals E-Methanol zum Einsatz. Zusammen mit dem seit 2023 aus Biomethanol erzeugten Benzin lieferten die Partner bereits 253.700 Liter nachhaltigen Kraftstoff aus. Die Kraftstoffe werden für Kraftstoffuntersuchungen, Motor- und Fahrzeugtests sowie im Motorsport eingesetzt.

Weitere Versuchskampagne für 2026 geplant

Im zweiten Quartal 2026 folgt eine weitere Versuchskampagne mit E-Methanol. Dann wollen die Partner größere Benzinmengen für Kraftstoffuntersuchungen und umfangreiche Kfz-Tests zur Verfügung stellen. CAC Engineering errichtete die Demonstrationsanlage 2009 als europaweit erste und größte ihrer Art an der TU Bergakademie Freiberg.

Das DeCarTrans-Verbundvorhaben ermöglicht den Betrieb der Benzinsynthese im Dauereinsatz. Die Anlage stellt Kraftstoffe in ausreichenden Mengen für Demonstrationszwecke bereit. Das Projekt soll bis Ende 2026 entlang der gesamten Wertschöpfungskette demonstrieren, dass synthetische Kraftstoffe einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten können.

Drop-in-fähiges Benzin erfüllt DIN Norm

Das aus E-Methanol erzeugte synthetische Benzin erfüllt als E10-Blend die Anforderungen der Norm DIN EN 228. Es ist nach REACH registriert und kann fossilen Kraftstoff direkt ersetzen oder ihm beigemischt werden. Fahrzeuge benötigen keine technischen Anpassungen. In einer industriellen Anlage könnten heute Herstellungskosten um 1 Euro pro Liter erreicht werden.

Zu den geförderten Partnern des Projekts DeCarTrans gehören neben der TU Bergakademie Freiberg und CAC Engineering die FEV Europe GmbH, Lother GmbH, Coryton Advanced Fuels Deutschland GmbH und das Forschungszentrum Jülich. Unternehmen aus den Automobil- und Mineralölbranchen unterstützen das Projekt als assoziierte Partner.

 

(Quelle: CAC ENGINEERING GMBH/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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