TÜV SÜD erweitert Wasserstoff-Prüfkapazitäten mit Labor in Garching

Das Dienstleistungsunternehmen TÜV SÜD AG hat in Garching bei München ein neues Wasserstoff-Prüflabor eröffnet. In der Daimlerstraße 11 sollen künftig Prüf- und Zertifizierungsverfahren für Wasserstofftechnologien durchgeführt werden. Vertreter aus Industrie und Politik erhielten bei der Eröffnungsveranstaltung Einblicke in die neuen Einrichtungen sowie in aktuelle Entwicklungen der Wasserstoffwirtschaft.

von | 26.05.26

Eröffnung des neuen Wasserstoff-Prüflabors (v.l.n.r.): Karl Meier (TÜV SÜD Product Service GmbH), Hubert Aiwanger und Holger Lindner (TÜV SÜD Product Service GmbH).
© TÜV SÜD AG
TÜV SÜD erweitert Wasserstoff-Prüfkapazitäten mit Labor in Garching

Im Rahmen des Programms standen Fachvorträge zu Trends und Herausforderungen der H2-Wirtschaft, geführte Rundgänge durch das Labor sowie der Austausch mit Branchenvertretern im Mittelpunkt. Auch der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger richtete ein Grußwort an die Gäste und bezeichnete das Labor als relevant für den Hochlauf der Infrastruktur.

Fokus auf Materialprüfung und Wasserstoffverträglichkeit

Das neue Wasserstoff-Prüflabor in Garching soll Hersteller entlang des gesamten Produktlebenszyklus unterstützen – von der Entwicklungsphase über die Materialqualifizierung und Designvalidierung bis hin zur Zertifizierung, Produktionsüberwachung und globalen Marktzulassung.

Wasserstoffverdichter mit mehreren Druckstufen

Wasserstoffverdichter mit mehreren Druckstufen. © TÜV SÜD AG

Ein Schwerpunkt liege dabei auf der Prüfung metallischer und nichtmetallischer Werkstoffe hinsichtlich ihrer Wasserstoffverträglichkeit. Denn: Wasserstoff kann zu Permeationseffekten führen, welche die Sicherheit und Lebensdauer von Bauteilen beeinflussen können. So umfasse das Prüfspektrum unter anderem Permeationsmessungen auf Proben- und Komponentenebene sowie Untersuchungen zu Versprödung, Korrosion und Rissbildung.

Auf Basis eigener Prüfspezifikationen will TÜV SÜD die Eignung von Materialien für den sicheren Einsatz in H₂-Ready-Anwendungen bewerten.

Prüfung nach internationalen Normen

Neben Werkstoffprüfungen sollen im neuen Labor auch komplette Komponenten und Systeme getestet werden. Dazu würden unter anderem Ventile, Druckregler, Leitungen sowie Betankungssysteme zählen.

Die Prüfungen erfolgten auf Basis internationaler Normen und Regelwerke, darunter ISO-, ANSI-, CSA- und UN-Regelungen sowie europäische Druckgeräterichtlinien. In Bereichen ohne etablierte Standards will TÜV SÜD eigene Prüfspezifikationen entwickeln.

Technische Ausstattung im Dauerbetrieb

Druckzyklierer mit Temperaturkammer

Druckzyklierer mit Temperaturkammer. © TÜV SÜD AG

Mit dem neuen Standort erweitere TÜV SÜD seine Prüfkapazitäten für Anwendungen in den Bereichen Automobil, Industrie und Energie. Das Labor sei für den Dauerbetrieb ausgelegt und unterliege einer permanenten Überwachung.

Zu den neuen Anlagen würde unter anderem ein Wasserstoff-Druckzyklierer mit mehrstufigem Booster-Kompressor zählen. Er soll Druckzyklen bis zu mehr als 150 MPa sowie Prüfungen in Temperaturbereichen von -40 bis +180 Grad Celsius ermöglichen. Zudem verfüge er über eine automatische Leckage- und Zyklusüberwachung.

Ergänzt werde die Infrastruktur durch einen Shaker für Wasserstoffsystemkomponenten. Darüber hinaus würden sich ein H₂-Durchflussprüfstand, Permeationsprüfanlagen sowie kombinierte Leckage- und Expositionsprüfstände am neuen Standort wiederfinden.

 

(Quelle: TÜV SÜD AG/2026)

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