Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Uniper ein bereinigtes Ergebnis (EBITDA) von 1,097 Milliarden Euro und einen bereinigten Jahresüberschuss von 544 Millionen Euro – beide Werte lagen im Rahmen der Prognose, aber deutlich unter den Vorjahreswerten (2024: 2,612 Milliarden Euro EBITDA; 1,653 Milliarden Euro Nettoergebnis). Der Rückgang ist unter anderem auf das Ende von Sondereffekten aus der Gaskrise sowie auf ein verkleinertes Portfolio zurückzuführen, das durch Stilllegungen und Veräußerungen entstanden ist. Für 2026 erwartet das Energieunternehmen ein EBITDA zwischen 1,0 und 1,3 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 350 und 600 Millionen Euro.
Erstmals seit der staatlichen Rettung 2022 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung am 20. Mai wieder eine Dividendenzahlung von 0,72 Euro je Aktie vor. Das entspricht einer Gesamtausschüttung von 300 Millionen Euro. Möglich macht das neben der stabilen Finanzlage auch eine Änderung des Gesetzes zur Sicherung der Energieversorgung (EnSiG) vom Dezember 2025.
Die Verbindlichkeiten aus der staatlichen Stabilisierung von 2022 hat der Konzern nun vollständig beglichen. Dafür war eine Rückzahlung von 2,551 Milliarden Euro an die Bundesrepublik Deutschland nötig.
Milliarden Investitionen für die Energiewende
Uniper will sein Engagement für die Energiewende ausbauen. Dafür plant das Düsseldorfer Energieunternehmen bis 2030 Investitionen von rund 5 Milliarden Euro in Versorgungssicherheit, Wachstum und Transformation – davon entfallen mehr als 2,5 Milliarden Euro auf den deutschen Markt. Investitionsentscheidungen über rund 900 Millionen Euro hat das Unternehmen laut eigenen Angaben bereits getroffen.
Der Kern der deutschen Investitionsstrategie: der Neubau von rund 2 GW wasserstofffähiger Gaskraftwerke. Als Standorte sind Gelsenkirchen und Staudinger bei Hanau vorgesehen. Die Projekte sollen im Rahmen der geplanten Ausschreibungen der deutschen Kraftwerksstrategie realisiert werden.
Dekarbonisierung der Stromerzeugung und wasserstofffähige Gaskraftwerke
Die geplanten Anlagen sollen zunächst mit Erdgas betrieben, aber technisch so ausgelegt werden, dass sie H₂-ready sind. Damit will sich der Konzern als Anbieter positionieren, der Flexibilitätskapazität für ein Stromsystem bietet, das zunehmend auf fluktuierende erneuerbare Energien setzt. Wasserstofffähige Gaskraftwerke gelten als Schlüsseltechnologie für die Dekarbonisierung der Stromerzeugung: Sie sichern die Netzstabilität und können langfristig mit grünem Wasserstoff betrieben werden.
Unipers direkte Scope-1-Emissionen sanken 2025 auf 11,9 Millionen Tonnen CO₂ – ein Rückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (14,8 Millionen Tonnen). Rund 50 Prozent der Stromerzeugung stammen inzwischen aus CO₂-armen Quellen. Zu dem Emissionsrückgang trugen vor allem die Stilllegung des Kohlekraftwerks Ratcliffe Ende September 2024 sowie der Verkauf des ungarischen Gaskraftwerks Gönyű Anfang Januar 2025 bei.
Gasversorgung als Brücke zur Wasserstoffwirtschaft
Um die Versorgungssicherheit zu stärken und das Portfolio zu diversifizieren, hat das Energieunternehmen mehrere langfristige Gasbezugsverträge abgeschlossen. Mit dem rumänischen Gasproduzenten OMV Petrom vereinbarte das Unternehmen zwei Verträge über Gaslieferungen aus der EU: Ab Oktober 2027 liefert OMV Petrom insgesamt 14 TWh Gas über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren.
Darüber hinaus schloss Uniper langfristige LNG-Lieferverträge mit den Unternehmen Tourmaline (kanadischer Erdgasproduzent), ConocoPhillips (US-amerikanischer Öl- und Gaskonzern) und Woodside (australischer LNG-Produzent) ab – mit einem Gesamtvolumen von rund 96 TWh. Ein wesentlicher Teil dieser Mengen ist für Europa bestimmt. Diese Vertragsabschlüsse sichern die Gasversorgung als Brückenenergie auf dem Weg in eine wasserstoffbasierte Energiewirtschaft.
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