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Uniper plant Wasserstoffproduktion an Kohlekraftwerk

Nach der Stilllegung des Steinkohlekraftwerks Ratcliffe zu Ende September 2024 plant Uniper die Nutzung des Standortes zur kohlenstoffarmen Wasserstoffproduktion. Laut eigenen Angaben soll das Projekt dazu beitragen, den Standort zu einem kohlenstofffreien Technologie- und Energiezentrum umzugestalten. 

von | 25.09.23

Das Ratcliffe-on-Soar ist ein Steinkohlekraftwerk mit einer elektrische Nettoleistung von 2.000 MW in Nottinghamshire, Großbritannien
Quelle: Uniper SE
Quelle: Uniper SE

25. September 2023 | Uniper will am Standort des Steinkohlekraftwerks im englischen Ratcliffe-on-Soar nach der Stilllegung im September 2024 grünen Wasserstoff produzieren. Das Projekt soll dazu beitragen, den Standort zu einem kohlenstofffreien Technologie- und Energiezentrum umzugestalten.

Laut Uniper ist der Standort des Kohlekraftwerks ideal für die Produktion von Wasserstoff im industriellen Maßstab. Neben einer geeigneten Infrastruktur (Netzanschlüsse, demineralisiertes Wasser und ein Kühlwassersystem) biete er eine große Grundstücksfläche. Der Standort sei zudem umgeben von potenziellen künftigen Wasserstoffkunden und besitze eine Anbindung an den East Midlands Freeport.

Nachdem das Steinkohleraftwerk Ende September 2024 seinen Betrieb eingestellt hat, soll dort mit Hilfe einer Elektrolyseanlage grüner Wasserstoff produziert werden. Das Energieunternehmen gibt an, dass hierfür jedoch noch eine Reihe von Bedingungen zu erfüllen sei. Neben einem Finanzierungsentscheid hänge das Projekt auch von der Sicherstellung der erforderlichen Planungs- und Umweltgenehmigungen, Wasserstoffabnahmevereinbarungen und einem Abkommen mit der Regierung ab.

In der zweiten Hälfte der 2020er soll die Produktionskapazität des Standorts 100 MW betragen, zum Ende des Jahrzehnts will Uniper sie auf 500 MW erweitern. Der in Ratcliffe erzeugte Wasserstoff könnte zur Dekarbonisierung der Schwerindustrie, des Verkehrs und möglicherweise der Energieversorgung der gesamten East Midlands eingesetzt werden.

1 GW Wasserstoff bis 2030

Uniper möchte bis 2040 CO2-neutral werden. Bereits 2030 will der Konzern über 80 % seiner Stromkapazität emissionsfrei erzeugen. Dafür plant er derzeit an mehreren Standorten einen Ausbau seiner Kapazitäten zur Wasserstoffproduktion: Ab 2030 will Uniper in seinen Kernmärkten über eine Elektrolyse-Kapazität von mehr als 1 GW verfügen. Der Standort Ratcliffe könnte somit für rund die Hälfte der gesamten Wasserstoffproduktion des Konzerns verantwortlich sein.

Guy Phillips, Teamleiter der Geschäftsentwicklung Wasserstoff von Uniper Großbritannien:

“Ratcliffe befindet sich an einem großartigen Standort mit guter Verkehrsanbindung und ausgezeichneter Versorgungsinfrastruktur. Er hat das Potenzial, die Wasserstoff- und Dekarbonisierungsbestrebungen des Vereinigten Königreichs zu unterstützen, neue hochqualifizierte Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen und sicherzustellen, dass der Standort weiterhin einen wertvollen Beitrag zur regionalen Wirtschaft leistet.”

Vorbild H2Maasvlakte

Das Konzept für Ratcliffe basiert auf Erkenntnissen des Uniper-H₂-Projektes am Standort Maasvlakte in den Niederlanden aufgebaut. Wie Ratcliffe ist auch Maasvlakte ein sogenanntes „Brownfield Projekt“. Dabei handelt es sich um Projekte, die die Transformation eines bestehenden Industrie-Areals nutzen.

Das Maasvlakte-Projekt zielt auf die Nutzung des Uniper-Standortes am Hafen von Rotterdam zur Produktion von grünem Wasserstoff. Im März hatte Uniper bekannt gegeben, dass der US-amerikanische Hersteller Plug Power den Elektrolyseur des Projektes liefern werde.

Weitere Informationen zu Wasserstoffprojekten von Uniper Deutschland
(Quelle: Uniper SE/2023)

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