Uniper Hydrogen hat die Kapazitätsvergabe für das Wasserstoff-Importterminal in Wilhelmshaven gestartet. Das Terminal ist auf den Import von Wasserstoff über den Träger Ammoniak ausgelegt. Nach dem Entladen des Ammoniaks soll ein großtechnischer Ammoniak-Cracker den Stoff vor Ort aufspalten. Den gewonnenen Wasserstoff will Uniper anschließend direkt in das deutsche Wasserstoff-Kernnetz einspeisen. Zusätzlich stehen Bahnverlade-Kapazitäten für den Transport von Ammoniak per Schiene zur Verfügung.
Die jährliche Importkapazität liegt bei bis zu 2,6 Millionen Tonnen Ammoniak. Daraus können rund 350.000 Tonnen Wasserstoff gewonnen werden.
Anmeldefrist endet am 15. Juni 2026
Die Kapazitätsvergabe gliedert sich in zwei aufeinanderfolgende Phasen. In der ersten Phase reichen Interessenten eine Interessenbekundung ein, nennen ihre gewünschte Kapazität und entrichten eine Teilnahmegebühr. Nach einem Zuteilungsverfahren bestätigt Uniper die Kapazitätsreservierung.
In der zweiten Phase gibt Uniper Eckpunkte als Grundlage für den Terminalnutzungsvertrag heraus. Diesen Vertrag entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit den teilnehmenden Kapazitätsnutzern. Mit der Unterzeichnung des Vertrags kommt die verbindliche Kapazitätsbuchung zustande.
Interessenten müssen sich für die Kapazitätsvergabe anmelden und die Unterlagen für die Bonitäts- und Identitätsprüfung (KYC) bis zum 15. Juni 2026, 23:59 Uhr MESZ, per E-Mail einreichen. Dort erhalten Teilnehmer auch weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen und Zeitplänen.
Einbettung in das Gesamtprojekt „Green Wilhelmshaven“
Das Importterminal ist Teil des Großprojekts „Green Wilhelmshaven“, das Uniper am Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks entwickelt. Das Vorhaben umfasst neben dem Importterminal auch eine Elektrolyseanlage, die in der Planung mehrstufig ausgelegt ist und perspektivisch bis zu 1 Gigawatt erreichen soll. In der Endausbaustufe soll der Elektrolyseur jährlich rund 100.000 Tonnen Wasserstoff produzieren. Die lokale Wasserstoffproduktion soll bis Ende des Jahrzehnts in Betrieb gehen.
Wilhelmshaven ist Deutschlands einziger Tiefwasserhafen an der Nordseeküste, der großen Tankern jederzeit freien Zugang ermöglicht. Zusätzlich besteht Zugang zum größten Wasserstoffkavernenfeld Deutschlands in Etzel.











