In der Anlage wird Ammoniak bei hoher Temperatur katalytisch in seine Bestandteile Wasserstoff und Stickstoff zerlegt. Anschließend wird in einer Aufreinigung reiner Wasserstoff erzeugt. Laut Dr. Ingo Wagner, Head of Supply Systems bei Uniper, entsprechen die 28 Tonnen Ammoniak, die die Demonstrationsanlage täglich verarbeiten soll, rund 4 Tonnen Wasserstoff.
Das Projekt wird durch Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Beide Unternehmen bringen zudem Eigenmittel ein.
Warum Ammoniak?
Da Ammoniak eine höhere volumenbezogene Energiedichte besitzt und einfacher zu transportieren sei als reiner Wasserstoff, eignet er sich laut Unternehmen als Trägermedium. Als Grundstoff für Düngemittel wird Ammoniak bereits seit Jahrzehnten weltweit gehandelt und per Schiff transportiert. Wenn Wasserstoff nun am Produktionsstandort direkt in Ammoniak umgewandelt wird, könne diese Infrastruktur weiterhin genutzt werden. Durch das Cracking kann der Wasserstoff dann am Zielort wieder rückgewandelt und genutzt werden.
Demonstrationsanlage entsteht in Gelsenkirchen
Die Demonstrationsanlage diene vor allem der Datengewinnung: Im laufenden Betrieb sollen Erkenntnisse gesammelt werden, die für die weitere Verbesserung der Technologie und die spätere Skalierung auf den Industriemaßstab notwendig sind. In einem zweiten Schritt soll die Technologie unter anderem im geplanten Wasserstoff-Importterminal in Wilhelmshaven eingesetzt werden.
Der Baubeginn der Demonstrationsanlage ist bereits erfolgt. Uniper und Thyssenkrupp Uhde errichten den Ammoniak-Cracker auf dem Uniper-Kraftwerksgelände in Gelsenkirchen-Scholven. Als Vorteile dieses Standorts nannte Wagner die bestehende Infrastruktur zur Ammoniakversorgung, die Möglichkeit, den erzeugten Wasserstoff direkt vor Ort zu verwenden, die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal sowie die räumliche Nähe zu Standorten von Uniper und Thyssenkrupp Uhde in Dortmund, Gelsenkirchen und Düsseldorf.
Dr. Christian Renk, Global Head of Technology & Innovation bei Thyssenkrupp Uhde, erklärte, das Ruhrgebiet biete den Vorteil, dass dort sehr viel Kernkompetenz gebündelt sei.
Die Inbetriebnahme der Demonstrationsanlage ist für Ende 2026 geplant.
(Quelle: Business Metropole Ruhr GmbH, Uniper SE/2026)












