Das Vorhaben hatten die Unternehmen bereits Anfang September angekündigt (H2News berichtete). Die Partner sehen Wasserstoff als Ergänzung zu batterieelektrischen Antrieben. Er soll vor allem dort zum Einsatz kommen, wo große Reichweiten, hohe Nutzlasten und kurze Tankzeiten gefragt sind.
Beteiligt an dem Vorhaben sind:
- die Nutzfahrzeug-Hersteller Volvo Group und die Daimler Truck Holding AG,
- die Automobilunternehmen Toyota Motor Corporation und die Robert Bosch GmbH,
- die Energieunternehmen TotalEnergies SE und die MB Energy Holding GmbH & Co. KG,
- der Hersteller von Industriegasen Air Liquide S.A. sowie
- Teal Mobility, ein Joint Venture von TotalEnergies und Air Liquide.
Hersteller bauen Wasserstoff-Lkw-Angebot aus
Ab Ende des Jahres will Daimler Truck eine Kleinserie von 100 Brennstoffzellen-Lkw der nächsten Generation in den Kundenbetrieb einführen. Die ersten Lkw mit Wasserstoffverbrennungsmotor sollen im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Bis Ende des Jahrzehnts will Daimler Truck einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in Wasserstoff-Lkw investieren.
Auch die Volvo Group baut ihr Wasserstoffangebot aus. Bis 2030 sollen Fahrzeuge mit Brennstoffzelle und Wasserstoffverbrennungsmotor für den Markteinsatz bereitstehen. Eine konkrete Investitionssumme nannte der Konzern jedoch nicht.
Toyota will zudem als Technologiepartner seine Erfahrungen mit Brennstoffzellensystemen einbringen. Bosch will Komponenten für gasförmigen Wasserstoff sowie Betankungstechnologien für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff liefern.
Tankstellen sollen bis zu 100 Lkw pro Tag versorgen
Sechs der beteiligten Unternehmen wollen darüber hinaus die Lieferketten für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff ausbauen. Dazu zählen Air Liquide, TotalEnergies, MB Energy, Teal Mobility, die Volvo Group und Daimler Truck. Angestrebt werden Tankstellen, an denen bis zu 100 Lkw pro Tag tanken können.
Damit Flottenbetreiber umsteigen, müsse Wasserstoff außerdem preislich mit Diesel mithalten. Entscheidend sei, dass die Kombination aus politischen Maßnahmen der deutschen Regierung und industrieller Zusammenarbeit dies durch drei wesentliche Hebel ermöglicht. Dazu gehören niedrigere Lkw-Preise infolge von Anreizen und Serienfertigung, ein wettbewerbsfähiger Wasserstoffpreis an der Zapfsäule sowie Anreize im Betrieb wie die Mautbefreiung für emissionsfreie Fahrzeuge.
Industrie fordert abgestimmte Förderung in Europa
Um das deutsche Modell auf Europa zu übertragen, fordern die Unternehmen Unterstützung von den nationalen Regierungen und der Europäischen Kommission. Konkret verlangen sie:
- den Ausbau der Infrastruktur durch abgestimmte Förderaufrufe für Tankstellen und Fahrzeuge, um die Ziele der Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) zu erreichen,
- die Stärkung der wirtschaftlichen Rentabilität von Wasserstoff durch pragmatische, harmonisierte Anrechnungsmechanismen für erneuerbare Kraftstoffe und Mautanreize sowie
- gemeinsame Risikominderung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Produktion und Verflüssigung bis hin zum endgültigen Vertrieb und zum Fahrzeugbetrieb.
Nach Ansicht der Beteiligten ließe sich durch diese Kombination aus politischen und industriellen Maßnahmen der emissionsfreie Güterverkehr ausweiten. Zugleich würden Europas Wettbewerbsfähigkeit und Energieresilienz gestärkt.








