Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Verbraucherzentrale warnt vor Kosten von Wasserstoffnetzen für Verbraucher

Kosten für ein Wasserstoffnetz dürfen nicht auf die privaten Verbraucher abgewälzt werden. So der Tenor eines Positionspapiers zur Regulierung von Wasserstoffnetzen, das der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) veröffentlicht hat. Wasserstoff erhält aktuell eine große und schnell wachsende Aufmerksamkeit. Obwohl Wasserstoff im heutigen Energiemix nur eine marginale Rolle spielt, sind die Anwendungsmöglichkeiten groß und für die Erreichung […]

von | 06.10.20

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay

Kosten für ein Wasserstoffnetz dürfen nicht auf die privaten Verbraucher abgewälzt werden. So der Tenor eines Positionspapiers zur Regulierung von Wasserstoffnetzen, das der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) veröffentlicht hat.

Wasserstoff erhält aktuell eine große und schnell wachsende Aufmerksamkeit. Obwohl Wasserstoff im heutigen Energiemix nur eine marginale Rolle spielt, sind die Anwendungsmöglichkeiten groß und für die Erreichung der Klimaschutzziele wichtig.

Kein vorschnelles, teures Wasserstoffnetz

Die hohe öffentliche Aufmerksamkeit zum Thema Wasserstoff darf aber nicht dazu führen, dass in Deutschland vorschnell ein teures Wasserstoffnetz errichtet wird. Entscheidungen für ein solches Netz müssen prioritär auf der Grundlage der Verfügbarkeit, aber auch des Bedarfs an Wasserstoff getroffen werden.

Die Verfügbarkeit an erneuerbaren Wind- und Solarstrom für die Herstellung von grünem Wasserstoff ist bis auf weiteres sehr begrenzt, die Frage zu Importen von grünem Wasserstoff aus Drittstaaten ist bislang unbeantwortet.

Die kurzfristige Regulierung eines möglichen künftigen Wasserstoffnetzes ist daher aus Sicht des vzbv nicht erforderlich und sollte auch nicht übereilt erfolgen. Zunächst müssen offene Fragen auf der Grundlage einer soliden Datenbasis geklärt werden.

Der vzbv begrüßt

  • den von der Bundesregierung initiierten Diskussionsprozess um die Regulierung möglicher Wasserstoffnetze
  • die Prüfung möglicher Importoptionen für Wasserstoff, warnt aber vor übertriebener Euphorie.

Der vzbv fordert

  • die Infrastruktur für die Produktion von Wasserstoff aus Wind- und Solarenergie sowie mögliche Wasserstoffnetze an den zur Verfügung stehenden Ressourcen auszurichten
  • solide Zahlen, wie viel Strom aus Wind- und Solarenergie für die Erzeugung von Wasserstoff in den Jahren bis 2030 im In- und Ausland zur Verfügung stehen wird
  • die begrenzte Menge an grünem Wasserstoff so effizient und kostengünstig wie möglich einzusetzen, etwa in der Stahl- und Chemieindustrie oder bei Verkehrsträgern mit einem geringen Elektrifizierungspotential
  • Grünstrom, der direkt verbraucht werden kann, nicht zur Herstellung von Wasserstoff zu verwenden
  • die Kosten für die Elektrolyseure und Wasserstoffnetze vollständig auf diejenigen zu wälzen, die den Wasserstoff verbrauchen
  • eine vollständige Entflechtung der Elektrolyseure und Wassersstoffnetze.

Der vzbv lehnt es ab, dass

  • private Verbraucher an den Kosten für Elektrolyseure über die besondere Ausgleichregelung der EEG-Umlage beteiligt werden
  • Wasserstoffnetze über allgemeine Netzentgelte und damit anteilig von privaten Verbrauchern finanziert werden,
    Wasserstoffnetze im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) noch in dieser Legislaturperiode umfassend reguliert werden
  • im Rahmen von Umwidmungen von Erdgas- in Wasserstoffleitungen privaten Verbrauchern Nachteile erwachsen.

> Zum Positionspapier

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

FNB bündeln Kräfte für Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee
FNB bündeln Kräfte für Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee

Gascade und Gasunie haben auf der E-world energy & water ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Die beiden Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) wollen bei der Offshore-Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee kooperieren. Im Mittelpunkt stehen die Projekte AquaDuctus und HyONE, die zu einem integrierten europäischen Offshore-Wasserstoffnetz verbunden werden sollen. Beide Vorhaben sind bereits in den Ten Year Network Development Plan (TYNDP) eingebracht worden.

mehr lesen
Gasbilanz 2025: Geplante Elektrolysekapazität sinkt auf 7,2 GW
Gasbilanz 2025: Geplante Elektrolysekapazität sinkt auf 7,2 GW

Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft hat am 10. Februar im Rahmen der E-world energy & water die „Gasbilanz 2025” vorgestellt. Sie zeigt, dass der Wasserstoffhochlauf an Dynamik verliert. Während 2024 noch Elektrolyseprojekte mit einer Leistung von über 11 GW bis 2030 angekündigt waren, belaufen sich die aktuell konkret geplanten Kapazitäten nur noch auf rund 7,2 GW. Zahlreiche Projekte wurden verschoben oder aufgegeben. Gleichzeitig wächst der Gasverbrauch wieder, Gaskraftwerke sichern die Versorgung in Dunkelflauten, und das Kernnetz nimmt Form an. Was die aktuellen Zahlen für die Energiewende bedeuten.

mehr lesen
Netzbetreiber starten integrierte Marktabfrage für Strom- und Wasserstoffinfrastruktur
Netzbetreiber starten integrierte Marktabfrage für Strom- und Wasserstoffinfrastruktur

Die deutschen Netzbetreiber fragen erstmals die Bedarfe für eine integrierte Strom- und Wasserstoffinfrastruktur ab. Dafür haben sie am 3. Februar eine Marktabfrage gestartet. Bis zum 13. März können Marktakteure ihre Bedarfe über eine gemeinsame Plattform melden. Die Abfrage dient der Vorbereitung der Szenariorahmen für die Netzentwicklungspläne Strom sowie Gas und Wasserstoff 2027. Gleichzeitig hat der FNB Gas e.V. die Kriterien für die Berücksichtigung von Kapazitätsreservierungen nach KARLA Gas 2.0 veröffentlicht.

mehr lesen

H2 Talk

„NRW bringt beste Voraussetzungen als Wasserstoff-Knotenpunkt mit“
„Für die klimaneutrale Klinkermanufaktur kommt nur Wasserstoff in Frage”
Kyocera: „Komponenten für die Wasserstoffproduktion sind der größte Engpass im Hochlauf”

Publikationen

Netzmeister 2023

Netzmeister 2023

Erscheinungsjahr: 2023

Für die Instandhaltung der Gas-, Wasser- und Fernwärmerohrnetze, die den mit Abstand größten Teil des Anlagevermögens von Versorgungsunternehmen ausmachen, trägt der Netzmeister die Verantwortung. Um den täglichen Anforderungen gerecht werden zu ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Erscheinungsjahr: 2022

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 2. Band stehen die Themen „Gebäudetechnik“ und „Messtechnik“ im Fokus. Das ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Erscheinungsjahr: 2021

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 1. Band werden die Herausforderungen dargestellt, die Wasserstoff an die Gasinfrastruktur und den ...

Zum Produkt