Der dänische Großinvestor Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) beteiligt sich mehrheitlich an H2Apex‘ 2023 gestartetem Wasserstoffprojekt in Lubmin. Dies meldete der Rostocker Wasserstoffproduzent am Dienstag (5. August). Über seinen Energy Transition Fund (CI ETF I) übernehme CIP demnach 70 Prozent an der ersten Ausbaustufe des IPCEI-geförderten Vorhabens.
Die vertragliche Vereinbarung sehe vor, dass CIP zunächst 15 Millionen Euro in die Projektphase bis zur finalen Investitionsentscheidung investiert. Ziel sei es, die Vorfinanzierung der IPCEI-Förderung in Höhe von 167 Millionen Euro sowie die darüber hinaus benötigten Finanzmittel sicherzustellen. Das gesamte Projektvolumen bezifferten die Partner auf mehrere hundert Millionen Euro.
Internationaler Großinvestor fördert Wasserstoff aus Lubmin
„Die strategische Partnerschaft mit CIP ist ein Meilenstein sowohl für die Entwicklung unserer eigenen Wasserstoffproduktionskapazitäten als auch für die gesamte H2Apex Gruppe“, erklärte H2Apex-CEO Peter Rößner in der Pressemitteilung. Man habe einen der finanzstärksten Infrastrukturfonds weltweit nach Mecklenburg-Vorpommern geholt und sei dem Baustart damit einen großen Schritt nähergekommen.
Die Partnerschaft sei „die perfekte Symbiose eines Finanzinvestors mit fundiertem Technologie- und Branchen-Know-how sowie langfristigem Investitionshorizont und H2Apex als Projektentwickler und Bestandshalter, der die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette abbildet“, so Rößner.
Felix Pahl, Partner bei CIP, betonte die Bedeutung für den deutschen Wasserstoffmarkt: „Dieses Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zum Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland.“ Man entwickle in Lubmin ein Projekt mit exzellenter infrastruktureller Anbindung und bestätigter IPCEI-Förderung.
Bis zu den für 2026 geplanten Baumaßnahmen stehen laut H2APEX vor allem die Reservierung und Bestellung von Komponenten sowie die Fortführung des Genehmigungsverfahrens im Mittelpunkt.
100-MW-Elektrolyseur für Flow-Pipeline geplant
Die erste Ausbaustufe umfasst nach Unternehmensangaben eine Elektrolysekapazität von 100 MW, mit der jährlich bis zu 10.000 Tonnen grüner Wasserstoff produziert werden sollen. Der Bau soll voraussichtlich 2028 abgeschlossen werden. Die Abnahme des Wasserstoffs sei bereits vorvertraglich gesichert, so H2Apex.
Das Gas soll über die Flow-Pipeline von Nord- nach Süddeutschland transportiert werden, an deren Projekt „Flow – making hydrogen happen“ das Rostocker Unternehmen seit 2023 partizipiert. Lubmin fungiert als nordöstlicher Startpunkt der Pipeline. „Bei den Pipelines finden gerade die ersten Betriebstests statt. Da ist wirklicher Fortschritt zu sehen“, erklärte H2Apex-CEO Peter Rößner im Juli gegenüber H2News.
Am Standort Lubmin verfügt der Wasserstoffproduzent über Zugang zu Offshore-Windparks nordöstlich von Rügen zur Energieversorgung der Elektrolyse. „Lubmin ist derzeit der interessanteste Standort für die inländische Wasserstoffproduktion“, betonte Rößner die strategische Bedeutung.
Über die Projektpartner
Neben dem Großprojekt in Lubmin betreibt das Unternehmen bereits eine 2-MW-Elektrolyseanlage in Rostock, die Europas größte Wasserstoffbusflotte mit 52 Fahrzeugen versorgt. Zudem hatte H2APEX erst Anfang Juli die HH2E Werk Lubmin GmbH übernommen und sich damit zusätzliche Standorte und Infrastruktur in Lubmin gesichert.
CIP verwaltet derzeit 13 Fonds mit einem Volumen von rund 32 Milliarden Euro von über 180 internationalen institutionellen Investoren. Der 2012 gegründete Fondsmanager gilt nach eigenen Angaben als wichtigster Großinvestor für Investitionen in grüne Infrastrukturprojekte im Frühstadium.










