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Wasserstoff aus Sachsen-Anhalt: Linde baut weiteren Elektrolyseur in Leuna

Linde baut einen zusätzlichen 5-Megawatt-Elektrolyseur in Leuna. Das Projekt erhält 4,3 Millionen Euro aus Landesmitteln, wie der Konzern am Mittwoch (13. August) mitteilte. Bis Ende 2026 soll die alkalische Elektrolyseanlage jährlich 450 Tonnen Wasserstoff für die Chemieindustrie der Region erzeugen. Damit ergänzt sie die bestehende 24-MW-Elektrolyse von Linde am selben Standort.

von | 18.08.25

v.l.n.r.: Prof. Dr. Armin Willingmann (Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalt), Joachim Heider (Linde)
Quelle: Energieministerium Sachsen-Anhalt

Minister Prof. Dr. Armin Willingmann überreichte die Zusage über 4,3 Millionen Euro an Joachim Heider, Vertriebsleiter der Business Unit Germany North bei Linde. Der neue 5-MW-Elektrolyseur ergänzt die bereits am Standort betriebene 24-MW-Anlage von Linde.

„Sachsen-Anhalt macht Tempo beim grünen Wasserstoff! Auch hier in Leuna wird die Basis für die industrielle Zukunft Deutschlands gelegt“, erklärte Willingmann laut Mitteilung des Ministeriums. Die Investition von Linde stärke den Hochlauf der nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft im Land und sende wichtige Signale „für wirtschaftlichen Aufbruch, für Vertrauen in Innovation und für die klimafreundliche Transformation unserer Industrie“.

Der Minister nutzte die Gelegenheit auch für Kritik an der Bundespolitik: „Wer den Wasserstoffhochlauf heute ausbremst, riskiert morgen industrielle Rückschritte. Die von Bundesseite angekündigten Kürzungen bei Förderprogrammen für grünen Wasserstoff sind daher Gift für die Zukunft des Industriestandorts Deutschland.“

Alkalische Elektrolyse für chemische Prozesse

Die geplante alkalische Elektrolyseanlage soll regenerativ erzeugten Strom nutzen. Nach der Inbetriebnahme Ende 2026 plant Linde, so etwa 450 Tonnen Wasserstoff pro Jahr zu produzieren. Das Gas gelangt anschließend über bestehende Pipelines an regionale Kunden aus der Chemieindustrie. Dabei spart die Wasserstoffnutzung laut Energieministerium mehr als 4.500 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr ein.

Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über das Programm „Sachsen-Anhalt ZUKUNFTSENERGIEN„. Es unterstützt Investitionen in die Kopplung von Strom, Gas und Wärme mittels erneuerbaren Energien und grünem Wasserstoff.

Nach Ministeriumsangaben beträgt die in Sachsen-Anhalt installierte Elektrolyseleistung zur Herstellung von grünem Wasserstoff aktuell rund 60 Megawatt. Mit der geplanten Linde-Erweiterung würde diese Kapazität weiter ausgebaut. Anfang Juli hatte das Energieministerium des Landes bekanntgegeben, die Förderkonditionen für Elektrolyseure verbessern und die maximale Fördermenge weiter erhöhen zu wollen.

(Quelle: Linde, Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Tagesschau/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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